Eine gefühlte Niederlage gegen Grenzach

Erstellt am 16. Februar 2009
katrin-m-ii

Kathrin Mäurle hat sich einen Finger gebrochen GB-Foto (Archiv):Schmidt

Ein Auf und Ab der Gefühle erlebte am Samstagabend die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen im Spitzenspiel der Frauen-Regionalliga Süd beim viertplatzierten TV Grenzach. Obwohl die meiste Zeit spielbestimmend, kam der Dritte nicht über ein 26:26-Unentschieden hinaus. “Wir haben zwar nicht so konstant gespielt wie zuletzt, aber Grenzach war auch ein anderes Kaliber”, meinte SG-Trainer Heiko Fleisch nach dem Spiel.


VON MICHA PFITZER

Die SG-Frauen konnten trotz einer verspielten 26:24-Führung mit sich zufrieden sein. Den Großteil der 60 Minuten gaben die Gäste aus dem Gäu den Ton an und lagen nur ein einziges Mal, in der 50. Minute beim Stande von 21:22, nicht in Führung. Die Grenzacher mussten sich am Ende bei Tatjana Weitner (sechs Tore), Marja Gridic und Antje Bauer (beide fünf Treffer) bedanken, dass man vor heimischem Publikum wenigstens noch einen Punkt feiern konnte. Denn diese Spielerinnen waren für die Führungsfiguren Laura Poudziunaite und Marion Maric in die Bresche gesprungen, die von der Fleisch-Sieben über die komplette Spielzeit konsequent aus dem Spiel genommen wurden. “Die individuelle Stärke der einzelnen Spielerinnen hat Grenzach so stark gemacht. Bis zum Schluss haben sie gekämpft”, fand SG-Trainer Heiko Fleisch lobende Worte für den Gegner.

Mit der Leistung seiner eigenen Mannschaft konnte der Wernauer aber nicht minder zufrieden sein. An der Einstellung lag es nicht, dass es am Samstagabend nur zu einem Remis reichte. Lena Krone trat eine Exkursion nach Oberhof kurzfristig einen Tag später an, um die Probleme der SG auf der rechten Seite, die durch den Ausfall von Eli Kipp entstanden waren, zu entschärfen. Die angedachte Notlösung mit Claudia Janoch im rechten Rückraum konnte dank Krones unerwarteter Spielteilnahme ad acta gelegt werden. Janoch dankte es auf ihrer Stammposition auf Rückraum Mitte mit einer guten Leistung und zehn Treffern. Fleisch: “Es war einfach toll von Lena, dass sie so flexibel reagiert hat. Sie war für uns wieder einmal enorm wichtig.”

Zusammen mit der wegen Schulterproblemen gehandicapten Dorothea Rebber war Lena Krone für den rechten Rückraum zuständig. Dort sorgte sie dank einer guten Leistung vor allem im Abwehrverbund dafür, dass Laura Poudziunaite zu keinem Zeitpunkt an ihre Normalform anknüpfen konnte.

Dass es trotzdem nicht zu einem Auswärtssieg im Dreiländereck reichte, lag vor allem an vielen unkonzentrierten Phasen, durch die sich Fleischs Frauen letztendlich selbst um den verdienten Lohn brachte. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit führte der Gäuverein klar mit 15:11, verspielte die Führung aber gleich nach dem Seitenwechsel wieder. “Das waren die schlechtesten zehn Minuten in dieser Saison”, so Fleisch enttäuscht, “und ein Grund dafür, dass sich der eine Punkt wie eine Niederlage anfühlt.”

Mitte der Halbzeit war die SG dann wieder obenauf und setzte sich auf 18:14 ab. Grenzach gab jedoch nicht auf und kämpfte sich wieder heran. In den letzten zehn Minuten betrug die Führung der Gäste nie mehr als zwei Tore. In einer emotionalen und hektischen Schlussphase blieb es eng. Zwei Zeigerumdrehungen vor dem Ende führte die Spielgemeinschaft mit 26:24. Wiederum ließ man aber die Entschlossenheit vermissen und verspielte so noch den verdienten Sieg. Am Ende feierte der TV Grenzach das 26:26-Unentschieden wie einen Triumph, auf Seite der Gäste hingegen gingen die Köpfe nach unten. Denn neben dem einen Punkt hatte die SG-Sieben auch Kathrin Mäurle verloren. Während einer Abwehraktion brach sich die linke Rückraumspielerin den Mittelfinger der Wurfhand (45.). Wie lange die 23-Jährige ausfällt, ist noch unklar.

Allen begangenen Fehlern, verpassten Chancen und personellen Verlusten zum Trotz gab sich SG-Trainer Fleisch nach Spielende zufrieden: “Klar haben wir nicht so konstant gespielt wie zuletzt, aber Grenzach ist auch eine starke Mannschaft. Wir selbst sind zu einem Spitzenteam in der Regionalliga Süd geworden.” Als Folge davon belegt die SG-Sieben auch weiterhin Platz drei.

TV Grenzach: Allemann (im Tor), Grdic (5/1), Weitner (6/1), Poudziunaite, Gabbert (4), Bauer (5), Schneider-Les (3), Maric (1), Lendic (2/1)
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Peters, Marquart (beide im Tor), Janoch (10/1), Zümbül (2), Miriam Gloger (2), Veser, Wehe, Mäurle (2), Zang, Krone (2), Rebber (5/2), Anja Gloger (3), Weiß

Quelle “Gäubote vom 16.02.2009″

Category: F1: Saison 08/09

Für diesen Artikel sind leider keine Kommentare möglich.