Nebringen/ Reusten: Hannelore Häfele legt ihre Ämter nieder

Erstellt am 3. April 2009

Der Rückendeckung von Hannelore Häfele (rechts) war sich Conny Volz gewiss GB-Foto (Archiv): Bäuerle

Der Rückendeckung von Hannelore Häfele (rechts) war sich Conny Volz gewiss GB-Foto (Archiv): Bäuerle

Bei der SG Nebringen/Reusten sind am Dienstagabend weitreichende Entscheidungen gefallen. Hannelore Häfele ist mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern als SG-Leiterin und als Handball-Abteilungsleiterin des TGV Reusten zurückgetreten. Conny Volz wird die SG-Frauen in der kommenden Saison in der Landesliga trainieren.

Robert Stadthagen

Hannelore Häfele will nicht viele Worte über ihren Schritt verlieren. “Es sind persönliche Gründe. Mehr möchte ich dazu nicht sagen”, erklärte die langjährige Funktionärin gestern auf “Gäubote”-Nachfrage. Sie stand seit der Gründung 1994 an der SG-Spitze. Zu den Hintergründen des Rücktritts gab es gestern aus SG-Kreisen keine näheren Informationen. An die Stelle von Häfele tritt zunächst SG-Ausschuss-Mitglied Dr. Winfried Ilg.

Er nahm gestern auch Stellung zur Entscheidung, weiter mit Conny Volz als Trainerin der ersten Frauenmannschaft zusammenzuarbeiten. “Im Prinzip haben wir nur die Entscheidung bestätigt, die bereits im Januar getroffen worden ist”, erklärte Ilg. Allerdings hatte sowohl bei der Trainerin als auch innerhalb der Mannschaft große Unsicherheit darüber geherrscht, ob die SG-Leitung auch zu ihrer Zusage steht. Eine nicht ganz unberechtigte Frage, nachdem die Frauen nach dem Fall aus der Baden-Württemberg-Oberliga in der Vorsaison den erneuten Abstieg in die Landesliga nicht vermeiden konnten. “Da hat es auf allen Seiten Missverständnisse gegeben”, sagt Winfried Ilg.

Am Dienstagabend sind offenbar die gravierendsten Unklarheiten beseitigt worden. Nachdem sie einen Tag zuvor im Gespräch mit dem “Gäubote” noch relativ verunsichert klang, versprühte Conny Volz am gestrigen Mittwoch bereits wieder Optimismus. “Ich bin erleichtert”, so Volz. Dazu dürfte nicht nur das Bekenntnis der SG zu ihrer Person, sondern auch die Reaktion der Mannschaft beigetragen haben. Bei der Bekanntgabe der weiteren Zusammenarbeit mit der Trainerin brandete beim Saison-Abschlusstraining am Dienstagabend spontan Applaus auf. “Das ist für mich die Bestätigung, dass ich mich nicht getäuscht habe”, freute sich Conny Volz. “Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft hinter mir steht.”

Wo lag dann eigentlich das Problem? Dazu gibt es weder von den SG-Funktionären noch von der Trainerin eine klare Aussage. Volz sagt nur so viel: “Wir hatten positive Gespräche. Der Verein hat sich offiziell bei mir entschuldigt. Und wenn in einem großen Verein eine Person quertreibt, dann nehme ich das so hin.Wir werden intern darüber reden, was schiefgelaufen ist.” Gleichzeitig tritt Volz Spekulationen entgegen, dass der Rücktritt von Hannelore Häfele in kausalem Zusammenhang mit ihrer weiteren Tätigkeit stehe. “Sie ist von Januar bis jetzt zu mir gestanden. Sie ist mit Sicherheit nicht dafür verantwortlich, dass vieles schiefgelaufen ist. Wenn das so rüberkommen sollte, hängt das damit zusammen, dass Hannelore Häfele die vereinsinternen Dinge auch im Internen belässt.”

Nachdem zumindest in der Trainerfrage die Weichen gestellt sind, müssen jetzt die Versäumnisse der vergangenen Monate in puncto Spielergespräche aufgearbeitet werden. Offenbar haben sich bereits mehrere Spielerinnen aufgrund der unklaren Situation in den vergangenen Wochen ernsthaft mit Rückzugsgedanken befasst (wir berichteten). Conny Volz hofft, dass sie die eine oder andere Abwanderungswillige noch umstimmen kann. “Wir haben jetzt erst einmal vereinbart, dass keine Spielerin eine Entscheidung trifft, ohne uns die Möglichkeit gegeben zu haben, mit ihr zu sprechen”, atmet Volz auf. Illusionen gibt sie sich aber nicht hin: “Wir werden sicher nicht alle Spielerinnen halten können.”

An diesem Punkt stellen sich schon die nächsten Fragen. Hat die SG in der kommenden Runde ausreichend Qualität für die Landesliga? Und: Reicht die Quantität, um auch in der kommenden Saison zwei Frauenmannschaften in den Punktspielbetrieb zu schicken? “Das wird sich zeigen”, lautet die Antwort von Conny Volz. “Mit jedem Abgang geht uns natürlich auch ein Stück Potenzial verloren. Fakt ist, dass wir bereits in der abgelaufenen Saison in beiden Mannschaften personelle Probleme hatten. Ich habe deshalb schon im Januar gesagt, dass bei mehreren Abgängen die zweite Mannschaft nicht mehr zu halten sein wird.”

 ” Quelle: Gäubote vom 02.April 2009″

Category: Handball in der Region

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