Die Profis machen den Unterschied
Jetzt wird es noch einmal spannend im Kampf um den dritten Platz in der Regionalliga Süd. Im vorletzten Saisonspiel kassierten die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen auswärts bei der HSG Albstadt einen Dämpfer. Die Fleisch-Sieben unterlag am Ende knapp mit 33:34.
Micha Pfitzer
Am Ende einer packenden Schlussviertelstunde spielte die Truppe von SG-Trainer Heiko Fleisch nicht nur gegen die HSG Albstadt, sondern vor allem gegen die Zeit. Einen Fünf-Tore-Rückstand hatten Claudia Janoch und ihr Team beinahe aufgeholt, als die Sekunden auf der Uhr nach und nach verronnen. 33:34 lagen die Gäste hinten. Den letzten Angriff der Spielgemeinschaft konnten die starken Gastgeber aus Albstadt nur mit einem Foul stoppen. Die Schlusssirene ertönte, der Fleisch-Sieben wurde aber noch ein Freiwurf zugesprochen. Die ansonsten überzeugende Claudia Janoch nahm Maß, ihr Wurf blieb jedoch in der gegnerischen Abwehr hängen. Kurios: Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls im vorletzten Saisonspiel mit einem Freiwurftor aus dem Stand noch den Klassenerhalt in der Regionalliga gesichert. “Solche Bälle gehen in den seltensten Fällen rein”, war SG-Trainer Fleisch zwar betrübt, wusste die Leistung seiner Mannschaft aber zu würdigen, “gegen Spielende hat das Team gezeigt, was in ihm steckt.”
Besonders in der abschließenden Viertelstunde bewiesen die SG-Frauen Charakter und Willensstärke. Trotz eines scheinbar uneinholbaren 23:28-Rückstandes gab die Mannschaft die Partie nicht vorzeitig auf, sondern kämpfte sich bis auf 33:34 heran. Heiko Fleisch stellte von einer 6:0- auf eine offensive und kräftezehrende 4:2-Abwehr um. Elisabeth Kipp und Cinja Wehe lauerten vor der Abwehr auf Fehler der Gegner und leiteten viele erfolgreiche Gegenstöße ein. Das Resultat war eine furiose Aufholjagd, der am Ende nur knapp das glückliche Ende verwehrt blieb. Mit dem “FC Bloskapell” im Rücken ging der Gäuverein bis an seine Grenzen und unterstrich – zumindest in den letzten 15 Minuten – die großen Fortschritte in dieser Saison. Besonders mental haut den Dritten so leicht nichts mehr um. Auch personell geht es wieder nach oben. Nach den großen Verletzungssorgen in den letzten Wochen fehlten gegen Albstadt mit Lena Krone und Dorothea Rebber “nur” noch zwei Rückraumspielerinnen. Elisabeth Kipp meldete sich nach überstandenen Achillessehnen-Problemen wieder zurück und feierte im rechten Rückraum einen gelungenen Einstand.
Den Unterschied machten am Samstagabend die Profihandballerinnen der HSG Albstadt aus. Olena Reznir und Erika Lukoseviciute erzielten zusammen 22 der 34 HSG-Tore. Besonders die bundesligaerfahrene Reznir war nicht zu bremsen und stellte die SG-Abwehr über die komplette Spielzeit vor große Probleme. Mit insgesamt 16 Treffern war die 30-jährige Ukrainerin der Star des Abends und für Trainer Fleisch das einzige Haar in der Suppe: “Die haben wir im Blockverhalten nie in den Griff bekommen. Defensiv sahen wir gegen sie zu oft sehr alt aus.”
Am letzten Spieltag wird es durch die 33:34-Niederlage für die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen nun noch einmal spannend. Um Platz drei ohne fremde Hilfe zu halten, muss das letzte Heimspiel der Saison gegen Mitkonkurrent HC Leipzig II gewonnen werden. Der Vierte TV Grenzach liegt punktgleich hinter der SG in Lauerstellung, hat allerdings den SC Riesa zu Gast. SG-Trainer Fleisch ist schon jetzt heiß auf das Saisonfinale: “Trotz des kleinen Etats können wir Platz drei aus eigener Kraft erreichen. Das ist einfach überragend.”
HSG Albstadt: Röpnack, Plomer (beide im Tor), Balci (2), Hotz (1), Zettl, Primorac (4), Biro (3), Cho, Kirschbaum, Ruchti (1), Lukoseviciute (6), Fauser (1), Reznir (16/5), Kurz
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Peters, Marquart (beide im Tor), Janoch (10/1), Zümbül, Meyer, Miriam Gloger (1), Veser, Wehe (5/4), Mäurle (3), Zang, Anja Gloger (10), Kipp (4), Weiß
“Quelle: Gäubote vom 20.April 2009″
Category: F1: Saison 08/09






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