Die beste Saison in der SG-Geschichte

"Spielerisch erste Sahne": SG-Spielerinnen wie Publikum waren am Samstag restlos begeistert GB-Foto: Bäuerle
Es ist geschafft. Mit einer der besten Leistungen vor heimischem Publikum in dieser Saison und dem klaren 34:21-Sieg gegen den direkten Konkurrenten HC Leipzig II sicherte sich die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen den verdienten dritten Platz in der Frauenregionalliga Süd. Nicht nur Trainer Heiko Fleisch war begeistert: “Das war spielerisch erste Sahne.”
Micha Pfitzer
Die Anzeigetafel sprach Bände. Deutlich führte die heimische SG-Sieben mit 34:21 gegen den ersatzgeschwächten HC Leipzig II. Noch zehn Sekunden waren zu spielen. Die letzten in dieser Saison. Jeder der 150 Zuschauer zählte innerlich die Uhr mit herunter. Schließlich ertönte die Schlusssirene. Der Sieg war perfekt. Der dritte Platz gesichert. Die beste Platzierung einer Frauenmannschaft in der über 15-jährigen Geschichte der SG erreicht. Der Rest war purer Jubel. Stehende Ovationen von den Rängen und die Gewissheit, zum Abschluss ein starkes Heimspiel abgeliefert zu haben, zauberten Kapitän Claudia Janoch und ihren Gefährtinnen ein breites Lächeln auf die Lippen.
Auch SG-Trainer Heiko Fleisch freute sich wie ein Honigkuchenpferd: “Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und begeistert von der heutigen Leistung. Das war spielerisch erste Sahne.” Jeder, der das Spiel gesehen hatte, konnte dieser Einschätzung nur zustimmen.
Nach nervösen 15 Minuten, in denen beide Mannschaften im Angriffsspiel viele technische Schwächen offenbarten, fassten sich die Gastgeber ein Herz und überrannten die Bundesligareserve aus Leipzig förmlich. Was die Zuschauer bis zum 7:6 gesehen hatten, riss niemandem vom Hocker. Dafür entschädigte der zweite Teil der ersten Hälfte umso mehr für die anfängliche Magerkost.
Der SG-Rückraum, angeführt von der starken Elisabeth Kipp, brachte als Herzstück der SG-Offensive den Tabellendritten bereits zur Pause uneinholbar mit 15:8 nach vorne. Im direkten Duell um den Platz hinter Meister SG Bietigheim und Vize SC Riesa war der angestrebte Sieg unerwartet früh unter Dach und Fach. Denn Leipzig II, ohne Leistungsträgerin Luisa Schulze ins Gäu gefahren, ging mit nur zwei Ersatzleuten buchstäblich nach 40 Minuten die Puste aus. So zauberte die SG beinahe nach Belieben und überzeugten vor allem mit hohem Tempospiel.
Ein Gegenstoß nach dem anderen wurde gefahren, die meisten davon verwandelte der Gäuverein – besonders nach dem Seitenwechsel mit beeindruckender Abgeklärtheit. Die eigentliche Stärke des HCL machte sich am Samstagabend einzig Fleischs Team zunutze. Die Fortschritte im Angriffsspiel, die während dieser Saison gemacht wurden, traten deutlich zutage. Nie betrug der Vorsprung weniger als sieben Tore. Kreisläuferin Berna Zümbül traf nach dem Seitenwechsel sechs Mal und wurde mit neun Toren beste Werferin des Spiels. Auch Anja Gloger (5), Claudia Janoch (6) und Johanna Peters im Tor hatten großen Anteil am deutlichen 34:21-Heimsieg. Wie wichtig der Erfolg war, zeigte das Endergebnis im Spiel des TV Grenzach gegen den SC Riesa. Denn die Grenzacher wären bei einer Niederlage der SG dank eines 24:23-Erfolges noch am Gäuklub vorbeigezogen. Ein weiterer Grund also, warum Trainer Fleisch ein durchweg positives Resümee zog: “Die Einstellung war überragend. Das Tempospiel und das Rückzugsverhalten super. Und im Angriff haben wir keine Schwächen gezeigt.”
So bejubelten nach Spielende alle Akteure den ersten Sieg über den HC Leipzig II seit dem Aufstieg 2007. “Das war noch einmal zusätzliche Motivation für uns”, gab Johanna Peters zu. Die Abschlusstabelle der Regionalliga Süd können sich SG-Fans nun einrahmen. Denn dort wird die SG-Sieben auf dem “Stockerl” geführt. Bei einem Etat von gerade einmal knapp 30 000 Euro die maximale Ausbeute. Für Fleischs Mannschaft war dieser Heimsieg die Krönung einer starken Saison.
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Peters, Marquart (beide im Tor), Janoch (6), Zümbül (9/2), Meyer (2), Miriam Gloger (1), Veser, Wehe (1),Mäurle (2), Weber (1), Zang, Anja Gloger (5), Kipp (6), Weiß (1)
HC Leipzig II: Nagel, Zimmermann (beide im Tor), Kiedrowski (3), Belkner, Cichy (3), Uhlig (6/1), Knappe (8/2), Farken (1), Möschter, Friedrich
“Quelle: Gäubote vom 27.April 2009″
Category: F1: Saison 08/09





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