Johanna Peters und der Plan B

Erstellt am 27. April 2009

Das wars für die Nummer eins. Der 34:21-Heimsieg gegen den HC Leipzig II war für das Frauenteam der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen das letzte Spiel für diese Saison.

Johanna Peters  GB-Foto (Archiv): Schmidt

Johanna Peters GB-Foto (Archiv): Schmidt

 

Micha Pfitzer

Für Johanna Peters hingegen war es das letzte Spiel überhaupt. Die gelernte Textilmanagerin sucht nach einem Job. Auch wenn dies bis jetzt erfolglos verlief, bekräftigte die Nummer eins im Tor der SG am Samstag ihren bereits angekündigten Rückzug aus dem Regionalligahandball noch einmal: “Das wars für mich. Es gibt zwar noch einen Plan B, aber offiziell werde ich nicht mehr in der Regionalliga spielen.” Plan B wäre für sie “ein Sechser im Lotto”. Denn für den Fall, dass Peters einen Job in der Umgebung Herrenbergs bekäme, könnte die 27-Jährige weiter für die SG-Frauen spielen. “Das wäre die einzige Option für mich, aber bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage kann ich nicht wählerisch sein”, erklärte sie. Deshalb kehrt die Torhüterin aus Norddeutschland nach zwei erfolgreichen Jahren dem Gäu den Rücken.

 

Gegen Leipzig II zeigte sie noch einmal eine starke Leistung. Nach 60 Minuten als gewohnt sicherer Rückhalt, in denen sie mit zehn Paraden glänzte, strahlte Peters über das ganze Gesicht: “Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden. Ich konnte heute jede Sekunde genießen.” Bei der SG-Sieben entwickelte sich der Neuzugang vom VfL Sindelfingen zur unumstrittenen Nummer eins im Tor. Beim VfL war ihr einst von Manager Jens Bermanseder die Regionalligatauglichkeit abgesprochen worden, weshalb Peters die Flucht nach Herrenberg ergriff. Kein Wunder also, dass der überraschende 30:18-Erfolg am ersten Spieltag der vergangenen Aufstiegssaison gegen Meisterfavorit Sindelfingen Genugtuung bei ihr hervorrief: “Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Der Sieg war meine persönliche Abrechnung mit dem VfL.”

Die SG und Peters – es wurde eine Erfolgsgeschichte. In der letzten Saison konnte die Klasse trotz verschärften Abstiegs gehalten werden, diese Runde beendete die Fleisch-Sieben gar auf Rang drei. Die Zeit, in der Monika Marquart wegen ihrer Schwangerschaft aussetzen musste und der Druck auf Peters größer als gewohnt war, überstand sie mit Bravour. “Diese Saison war die beste meines Lebens”, so Johanna Peters. Nicht nur die SG-Frauen werden die sympathische Torhüterin vermissen. Denn wie der sportliche Leiter Ingo Janoch bei der Verabschiedung nach dem Spiel meinte, “hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihre Leistungen haben es uns ermöglicht, in der Regionalliga zu bleiben.” Das wars für die Nummer eins. Aber es gibt ja noch Plan B.

“Quelle: Gäubote vom 27. April 2009″

Category: F1: Saison 08/09

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