Gehen bei der TuS Metzingen die Lichter aus?

Conny Volz (SG Nebringen/Reusten): Der ganz große personelle Aderlass ist nach dem Abstieg in die Landesliga ausgeblieben GB-Foto (Archiv): Holom
Während die Frauen-Regionalliga unverhofft mit einem Team weniger spielt, steht die TuS Metzingen in der zweiten Liga unter Schock: Handballchef Andreas Baumgärtner, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, wurde entlassen. Jetzt sieht das Zweitligateam der Frauen finanzielle Probleme auf sich zukommen.
Ärger ist verflogen – Vor zwei Wochen hatte Ingo Janoch, sportlicher Leiter der Frauenmannschaft der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen, über den kurzfristigen Aufstieg des SC Riesa aus der Regionalliga Süd in die Zweite Bundesliga (wir berichteten) noch getobt. Nicht, dass der Vizemeister der letzten Saison für den insolventen SC Markranstädt nachrückte, störte ihn, sondern die Art, wie die Neuigkeit an die Clubs der Südstaffel weitergeleitet wurde. Bereits mehrere Wochen hatte der Beschluss schon festgestanden, bevor die Teams mitsamt der Staffelleitung informiert wurden. “Wie die Nachrichtenübermittlung gelaufen ist, war nicht in Ordnung”, klagt er. Doch inzwischen ist aller Ärger verflogen. Das dürfte in erheblichem Maße an der verabschiedeten Regelung für die Südstaffel zusammenhängen, die in der letzten Woche getroffen wurde. Schließlich musste geklärt werden, wer den Platz des SC Riesa in der Regionalliga einnimmt. Eine Alternative sah vor, den besten Absteiger der letzten Saison, den HCS Neustadt-Sebnitz, wieder hochzuziehen. Eine andere, den insolventen SC Markranstädt in der Regionalliga Süd aufzunehmen. Schlussendlich wurden beide Ideen verworfen. In der kommenden Saison werden statt 14 nur 13 Teams um die Punkte spielen. Die SG-Frauen begrüßen die Entscheidung sehr. “Wenn Neustadt hochgekommen wäre, hätten wir eine weitere, teure Fahrt in den Osten gehabt. Außerdem fällt jetzt mit Riesa ein starker Konkurrent weg”, konnte Janoch mit dem Resultat leben. Einziger Wermutstropfen: Am 10. Oktober, dem Tag des Mädchen- und Frauenhandballs, hätte das Heimspiel gegen Riesa in der Markweghalle stattgefunden. “Das wäre an diesem besonderen Tag beste Werbung für den Frauenhandball gewesen”, so Janoch, “aber wir werden eine Lösung finden.” -mnp-
Kuppingen. Sofern man die Tabelle der letzten Saison als Maßstab nimmt. Doch von solchen pauschalen Annahmen will SG-Spielleiter Ingo Janoch auch nach ansprechenden Testspielergebnissen und dem Turniersieg in Echterdingen am vorvergangenen Sonntag nichts wissen: “Wir sind sicherlich eine starke und bereits gut eingespielte Mannschaft. Aber die Konkurrenz ist wegen ihrer schwankenden Leistungen schwer einzuschätzen. Unser Saisonziel wird jedenfalls nicht der Meistertitel sein.” Offiziell peilen die SG-Frauen für die kommende Runde den fünften Platz als Minimalziel an. Korrekturen der Saisonerwartungen sind – wenn nötig – frühestens für die Weihnachtszeit geplant.-mnp-
Schock für Zweitligist – Andreas Baumgärtner ist seit zwei Jahren als Abteilungsleiter für das Zweitliga-Team der TuS Metzingen tätig. Vor einigen Tagen wurde der 41-Jährige von seinem Arbeitgeber Kreissparkasse Reutlingen mit sofortiger Wirkung entlassen. Grund: Eine Innenrevision stellte finanzielle Unregelmäßigkeiten fest, die in Zusammenhang mit Baumgärtners ehrenamtlicher Tätigkeit stünden, so der bisherige Arbeitgeber. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand betrage die Schadenshöhe rund 250 000 Euro. Während der Betroffene dazu jeglichen Kommentar verweigert, steht der Verein unter Schock. Am Dienstag traf sich die Frauenmannschaft zu einem ersten Krisengespräch. Auch die aus Hildrizhausen stammende Rückraumspielerin Anna-Lena Artschwager (20) macht sich über die Zukunft so ihre Gedanken. Seit zwei Jahren ist auch der Herrenberger Roy Bien, ehemaliger Torhüter bei der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen, als Torwarttrainer in Metzingen involviert: “Im Moment sind alle total niedergeschlagen.” Nach Rücksprache mit dem TuS-Vorsitzenden Siegfried Grabowski ist laut Bien nach der beruflichen Havarie von Baumgärtner noch nicht zu überblicken, ob der nötige Jahresetat (zuletzt lag er bei 180 000 Euro) auch für die kommende Runde gedeckt ist. Bien: “Bei Andreas Baumgärtner, der in den vergangenen Jahren viel bewegt hat, sind quasi alle Fäden zusammengelaufen.” -asg-
Halle gefunden – Innerhalb von zwei Jahren musste das Frauenteam der SG Nebringen/Reusten den “Durchmarsch” von der Baden-Württemberg-Oberliga in die Landesliga verkraften. Die SG-Trainerin Conny Volz geht allerdings zuversichtlich in ihr zweites Jahr bei der SG. Denn der personelle Aderlass mit dem Verlust von etlichen erfahrenen Kräften ist ausgeblieben. Zwar schloss sich Melanie Schittenhelm dem Ligarivalen SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen II an, doch mit Torhüterin Anja Nicksch und Meike Hipp konnte Volz zwei Korsettstangen zum Weitermachen überreden. Nachdem auch Kreisläuferin Lena Egeler nach Schulteroperation und vorläufigem Karriereende es noch einmal probieren will und auch Abwehrspielerin Tanja Renz zusagte, kehrt einiges an Erfahrung zurück. Von der aufgelösten Bondorfer Frauenmannschaft (Bezirksklasse) ist Sonja Brachmann zur SG Nebringen/Reusten gestoßen. Auch das Hallenproblem ist mittlerweile gelöst, steht doch den Aktiventeams der SG die Sporthalle Gäufelden in den kompletten Sommerferien wegen Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung. Mit der Eisberghalle in Nagold wurde ein Ausweichquartier gefunden. Dort soll Ende August auch noch ein dreitägiges Trainingslager den Feinschliff vor Saisonbeginn bringen. -asg-
“Quelle: Gäubote vom 5.August 2009″
Category: Frauen 1, Handball in der Region





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