Kopflos in hektischer Schlussphase

SG-Trainer Heiko Fleisch konnte das Nachlassen seiner Mannschaft nicht begreifen GB-Foto (Archiv): Holom
Heiko Fleisch, Trainer der Frauenmannschaft der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen war der Frust nach der äußerst knappen 31:32-Niederlage nach Verlängerung in der ersten Runde des DHB-Pokals gegen den FSV Mainz ins Gesicht geschrieben. Die Tatsache, dass seine Mannschaft nach 40 überzeugenden Minuten das Heft aus der Hand gegeben hatte, ärgerte ihn besonders: “Ich muss verlangen können, dass wir bis zum Schluss hoch konzentriert spielen.”
VON MICHA PFITZER
Dabei war die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen noch geschwächter nach Rheinhessen gereist als zuvor angenommen. Neben Anja Gloger hatten kurzfristig auch Monika Marquart (Magen-Darm-Virus) und Elisabeth Kipp (Patellasehnenentzündung) absagen müssen. Kipp könnte eventuell mehrere Wochen ausfallen. “Das Ende des Heilungsprozesses ist noch ungewiss. Insgesamt haben uns damit natürlich drei wichtige Säulen gefehlt”, haderte SG-Trainer Heiko Fleisch.
Dennoch wollte er das Verletzungspech nicht als Ausrede für die Niederlage zählen lassen. Nach einem verpatzten Start lagen die Gäste nach wenigen Minuten mit 2:5 hinten, erkämpften sich aber mit einer deutlichen Leistungssteigerung über ein 10:10 (15.) eine komfortable 15:11-Halbzeitführung. Die Zeichen standen auf Sieg, zumal die SG-Frauen gegen den Aufsteiger in die Regionalliga Südwest auch nach Wiederanpfiff konzentriert zu Werke gingen. Zwar kämpfte der FSV Mainz mit der Unterstützung von etwa 400 Zuschauern im Rücken engagiert und aufopferungsvoll um den Anschluss, die SG hielt dem Druck allerdings souverän stand.
Dann aber kam der Bruch im eigenen Spiel. Ungenaue Pässe führten zu Ballverlusten, welche die Mainzer eiskalt ausnutzten. Das Spiel war wieder völlig offen, die SG-Frauen agierten in der hektischen Schlussphase kopflos. Trainer Fleisch tobte: “Ich muss verlangen können, dass wir nach den überzeugenden Minuten zuvor bis zum Schluss hoch konzentriert zu Werke gehen.” Nichts war es mit dem deutlichen Auswärtssieg. Stattdessen ein 26:26 nach 60 Minuten. Beide Teams mussten nachsitzen.
Auch in der Verlängerung blieb die Angelegenheit weiter eng. Doch dann erhöhten die Mainzer auf 32:31 (70.). Noch zehn Sekunden bis zur Schlusssirene. Zwar war Herrenberg in Ballbesitz, konnte daraus aber kein Kapital mehr schlagen. Der Einzug in die zweite Runde im prestigeträchtigen DHB-Pokal blieb den Gäu-Handballerinnen diesmal verwehrt. “Wir sind alle sehr enttäuscht, aber jetzt müssen wir die nötigen Konsequenzen daraus ziehen”, kündigte Fleisch eine intensive Aufarbeitung der Fehler an. Zwei Wochen Zeit bleiben dem SG-Trainerstab dafür noch bis zum Rundenstart der Regionalliga am 20. September im Heimspiel gegen Bietigheim.
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Peters (im Tor), Ziebe (11/4), Zümbül (4/1), Meyer, Miriam Gloger, Veser, Wehe (5), Mäurle (5), Weber (1), Zang (3), Rebber, Weiß (2)
(Quelle: Gäubote, 8.9.2008)
Category: F1: Saison 08/09





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