SG-Frauen wachen rechtzeitig auf

Erstellt am 28. September 2009

 Ein Heimauftakt nach Maß für die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen. Ein deutlicher 38:23-Sieg gegen den VfL Waiblingen und der Sprung auf Rang zwei der Regionalligatabelle. Alles in Butter, möchte man meinen. Doch besonders der erste Durchgang ließ zu wünschen übrig.

Von Micha Pfitzer

Lediglich 100 Zuschauer verfolgten von Beginn an das Derby gegen den VfL Waiblingen. Es schien, als hätten die Abwesenden geahnt, dass sie zunächst nichts verpassen würden. Denn nach einem guten Start der Gastgeber, aus dem eine schnelle 4:2-Führung (4.) resultierte, hörten die Frauen von Trainer Heiko Fleisch plötzlich auf, guten Handball zu spielen. Knapp 15 Minuten lang hinkten Claudia Janoch und ihre Mannschaftskolleginnen den eigenen Ansprüchen hinterher. Das vor dem Spiel geforderte, konsequente Tempospiel nach vorne kam nach guten Ansätzen zu Spielbeginn zum Erliegen. Die offensive Abwehr der jungen Waiblinger Mannschaft zwang den SG-Angriff immer wieder erfolgreich ins Stellungsspiel, was den Gastgebern gar nicht schmeckte.

Die Folge waren zahlreiche Fehlwürfe. Entweder, weil man zu früh und unpräzise den Abschluss suchte, oder weil die VfL-Torhüterin Johanna Peters an der schwachen Wurfquote der Gastgeber maßgeblichen Anteil hatte. Gegen ihren Ex-Verein zeigte die 27-Jährige allein in der ersten Halbzeit neun starke Paraden. “Also, wenn ich die Wurfbilder der SG-Spielerinnen nicht aus dem Effeff kenne, welche denn dann”, fragte Peters nach dem Spiel rhetorisch. Immer wieder verzweifelte die SG an Waiblingens Nummer eins im Tor. Besonders die Siebenmeterquote war unterirdisch schlecht. Claudia Janoch, die kurzfristig wiedergenesene Cinja Wehe und Nathalie Eisenmann scheiterten hintereinander vom Punkt, ehe die starke Anja Gloger antrat und erst in der 28. Minute den ersten Siebenmeter verwandelte. Nur sie sollte am Samstag bei den Strafwürfen die Nerven bewahren. Insgesamt zappelten von zehn Siebenmetern nur vier im Netz. “Mit so einer schwachen Ausbeute können wir nicht zufrieden sein”, moserte Fleisch.

Was dem Coach ebenso sauer aufstieß, war das Defensivverhalten der SG-Sieben. Viel zu behäbig, bewegungslos und inkonsequent schaute man eine knappe Viertelstunde im ersten Durchgang dabei zu, wie die Waiblinger Sieben die Lücken im Defensivverbund des Favoriten ausnutzte und stets in Führung lag. Erst als der ständige Unruhepol Sulamith Klein in Manndeckung genommen wurde, die Abwehr aus ihrer Lethargie allmählich aufwachte und Monika Marquart im SG-Tor zunehmend mehr Sicherheit ausstrahlte, fing sich die SG. Sieben gute Minuten bis zur Halbzeit reichten, um den 11:12-Rückstand in eine komfortable 16:12-Pausenführung zu drehen. Fleisch: “Dafür muss ich mein Team loben. Als es darauf ankam, hat es die big points gemacht.”

Im zweiten Durchgang zeigte der Gäuverein dann das, was er ursprünglich über die volle Distanz hatte zeigen wollen: attraktiven Frauenhandball. Die blitzschnellen Angriffe demoralisierten die Waiblinger so sehr, dass bereits eine Viertelstunde vor Schluss beim Stande von 29:18 kaum noch Gegenwehr zu spüren war. “Leider sind wir dann unter die Räder gekommen”, bedauerte Johanna Peters, “aber da fehlt uns noch die Cleverness.” Konditionell war die Fleisch-Sieben nun klar überlegen. Der SG-Express hatte endlich Fahrt aufgenommen, kombinierte gut und erzielte beeindruckende 22 Tore. Anja Gloger krönte ihre tolle Leistung mit elf Treffern.

Ein versöhnlicher Abschluss, nachdem die Zuschauer in der Markweghalle zunächst Magerkost serviert bekommen hatten. Doch als es darauf ankam, waren nicht nur die SG-Frauen hellwach. Pünktlich zur zweiten Halbzeit hatte sich die anfangs lichte Tribüne doch noch gefüllt.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Wagner (beide im Tor), Janoch (9), Zümbül, Miriam Gloger (4), Wehe, Mäurle (4), Zang (1), Anja Gloger (11/4), Kipp (3), Weiß (2), Dinckelacker (1), Eisenmann (3)

VfL Waiblingen: Peters, El-Kurd (beide im Tor), Heimberger (1), Klein (5), Bay (5), Jennifer Heinz, Brugger (8), Fessmann, Gebhard (2), Stephanie Heinz (1), Cyklarz (1), Schmidt

“Quelle: Gäubote vom 28.September 2009″

 

Torfabrik setzt auf Tempospiel – 38:23

HERRENBERG (rom). Die Regionalliga-Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen waren bei ihrem 38:23-Kantersieg gegen den VfL Waiblingen nicht zu stoppen. Trainer Heiko Fleisch nach der geglückten Heimpremiere: “Unser Tempospiel war hervorragend.” Die Hälfte ihrer Tore erzielte die Spielgemeinschaft über Tempogegenstöße und die schnelle Mitte, dem zügig ausgeführten Anwurf nach einem Tor. Allerdings sieht Fleisch bei seinem Team auch noch Luft nach oben. “Wir stehen erst bei 75 Prozent.”

Gegen Waiblingen benötigte die Gäu-Sieben eine 20-minütige Anlaufzeit, lief nach eine 4:2-Führung und vier Gegentreffern in Folge erst einmal einem 9:11 hinterher. “Aus sieben Chancen hätten wir in dieser Phase fünf Tore machen müssen”, war Heiko Fleisch unzufrieden. Doch in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte drehte sein Team die Begegnung, machte aus dem 11:12 ein 16:12. “Endlich haben wir die wichtigen Tore erzielt und am eigenen Kreis das Spiel des Gegners durchschaut.” Am zweiten Durchgang hatten der SG-Trainer noch weniger zu bemängeln. “Das war attraktiver Handball, egal in welcher Formation.” Wobei sich Anja Gloger auf Rechtsaußen die Bestnote verdiente. Mit fünf Toren in den ersten acht Minuten war sie für das 22:15 verantwortlich. Die Gäste hatten der SG nichts mehr entgegenzusetzen, wirkten fast demoralisiert. Die SG zog auf und davon, nach 42 Minuten stand es 28:16.

Die Gäu-Sieben bestach nun im Kollektiv, traf fast durch die Bank ins Schwarze. Der Vorsprung wurde auf 34:19 ausgebaut, am Ende hieß es 38:23. Und das war mehr, als Heiko Fleisch erwartet hatte.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Wagner; Janoch (8), Zümbül, Dinkelacker (1), M. Gloger (4), Wehe, Mäuerle (4), Eisenmann (3), Zang (1), A. Gloger (12/davon 4 Siebenmeter), Kipp (3), Weiß (2).

“Quelle: Kreiszeitung Böblinger Bote v. 28.September 2009″

Category: Frauen 1

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