SG-Frauen stürmen an die Spitze

Erstellt am 5. Oktober 2009

Anja Gloger

Anja Gloger

Es zeichnet sich nach drei Spieltagen ab: Die gute letzte Saison der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen in der Frauen-Regionalliga Süd war keine Eintagsfliege. Nach dem 35:33-Auswärtssieg bei der TSG Ketsch II ist die SG nun Tabellenführer.

 

Micha Pfitzer

Auf mögliche Schwächen im Spiel seiner Mannschaft gegen die Bundesligareserve der TSG Ketsch angesprochen, wusste SG-Trainer Heiko Fleisch nichts zu antworten. Warum auch? 3-3-1, so lautet derzeit die Erfolgskombination bei der Gäu-SG. Nach drei Spielen in der Regionalliga Süd liegt man mit drei Siegen souverän auf dem ersten Platz. Die Favoritenrolle und der Ausfall von Torhüterin Monika Marquart scheinen der Mannschaft keine Probleme zu bereiten. “Wir sind zurzeit sehr gut drauf. Es stimmt in allen Bereichen”, wirkte Fleisch vollauf zufrieden.

Natürlich spielen die SG-Frauen noch nicht konstant 60 Minuten Handball auf höchstem Niveau. Doch im Vergleich zu den letzten beiden Runden verfügt der Gäuverein über die Fähigkeit, auch knappe Spiele zu seinen Gunsten zu entscheiden: Die Mannschaft macht die sogenannten Big Points. So auch gegen die TSG Ketsch II. Im ersten Durchgang drehten die Gäste innerhalb von acht Minuten einen 16:17-Rückstand (22.) in eine 19:17-Pausenführung. “Das war der Knackpunkt im Spiel, weil es für Ketsch demoralisierend war, innerhalb so kurzer Zeit die Führung zu verlieren”, war sich SG-Trainer Fleisch nach Spielende sicher.

Denn die Gastgeber hatten zuvor dank einer couragierten Leistung vor 200 Zuschauern besonders die SG-Defensive auf Trab gehalten. Vor allem die erfahrenen Spielerinnen hielten Ketsch gegen die gut agierende SG-Sieben im Spiel. Spielertrainerin Krisztina Konrad (38 Jahre) und Astrid Wörner (32) hielten das Tempo im Angriff so hoch, dass die Gästeabwehr trotz hoher Beweglichkeit immer wieder das Nachsehen hatte. Folglich hielt die TSG bis zur 22. Minute die Führung aufrecht. Bis die SG eiskalt zuschlug.

Im zweiten Durchgang dann dasselbe in Grün: Nach einer fünfminütigen Schwächephase, in der die Fleisch-Sieben eine komfortable 30:27-Führung verspielt hatte, war die TSG Ketsch II zehn Minuten vor dem Ende wieder auf Augenhöhe. Konrad und ihr Team witterten beim Stande von 31:31 die Chance, zumindest einen Punkt im Badischen zu behalten. Erneut mimte die SG aber den Spielverderber. Bis zur 56. Minute war man auf 34:31 enteilt – die endgültige Entscheidung. “Auch da hat die Mannschaft kühlen Kopf bewahrt”, frohlockte Fleisch, “letztes Jahr hätten wir solche Spiele noch verloren.”

Rechtsaußen Anja Gloger zeigte sich wieder einmal von ihrer Schokoladenseite und war nicht nur wegen 16 Toren herausragende Spielerin auf dem Feld. Mit acht von neun verwandelten Siebenmetern polierte sie zudem die schlechte Strafwurfquote der SG nach den ersten beiden Partien auf. “Der Start ist natürlich grandios. Wichtig wird jetzt sein, die Form zu kompensieren”, dachte Fleisch nach dem Sieg bereits an die weiteren Spiele. Doch solange die SG auch dann die Big Points macht, kann der Tabellenführer den kommenden Wochen gelassen entgegensehen.

TSG Ketsch II: Gosh (im Tor), Benke (1), Löbich (4), Hoffmann (2), Konrad (10/3), Wörner (6/1), Hermann (3/1), Vetter, Ebel (2), Kempf, Rüttinger, Michels, Hofstetter (5/2), Jungnitsch

SG Haslach/Herrenberg/Kupping.: Wagner, Schnauffer (beide im Tor), Janoch (5), Zümbül (3), Dinkelacker, Miriam Gloger (1), Wehe (1), Mäurle (7), Eisenmann, Zang (1), Krone, Anja Gloger (16/8), Kipp (1), Weiß

“Quelle: Gäubote vom 05.Oktober 2009″

 

Klassespiel gezeigt in Ketsch – 35:33

 KETSCH (rom). Mit ihrem dritten Sieg im dritten Spiel haben die Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen ihren optimalen Start in der Regionalliga komplettiert. “Wenn es darauf ankam, haben wir wieder die Big Points gemacht”, unterstrich Trainer Heiko Fleisch beim 35:33-Erfolg bei der TSG Ketsch II die physische und psychische Stärke seiner Mannschaft.

68 Treffer in nur 60 Minuten sind ein Indiz für ein schnelles Regionalligaspiel, das nie langweilig wurde. Nach einem 5:7-Rückstand waren die Gäste mit vier Treffern in Folge wieder im Geschäft, leisteten sich erst beim 13:14 erneut einen leichten Durchhänger, ehe sie mit den letzten drei Treffern vor der Pause wieder auf 19:17 davonzogen. “17 Gegentore sind zu viel”, schwor Heiko Fleisch seine Mannschaft auf den entscheidenden Durchgang ein. Zunächst mit Erfolg, für den unter anderem Conny Wagner zwischen den SG-Pfosten verantwortlich war. “Klasse gehalten”, stellte Fleisch seiner Torfrau, die anstelle der verletzten Monika Marquart (Kreuzbandanriss) spielte, ein hervorragendes Zeugnis aus.

Über 24:19 und 26:22 führte die Gäu-Sieben 29:26, doch plötzlich hielt der Schlendrian gegen die mit einigen Spielerinnen aus dem Zweitligakader verstärkte TSG Ketsch II Einzug. Beim 30:30 nahm Heiko Fleisch eine Auszeit, fand die richtigen Worte. Die Gäu-Sieben um die erneut auftrumpfende Anja Gloger auf Rechtsaußen, riss das Spiel und die Führung wieder an sich, behielt am Ende mit 35:33 die Oberhand. Und kann nun in vollen Zügen das kommende spielfreie Wochenende genießen, um danach die Siegesserie weiter auszubauen.

“Quelle: Kreiszeitung Böblinger Bote v. 05.Oktober 2009″

Category: Frauen 1

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