Abgezockt und cool zum Auswärtssieg

Erstellt am 19. Oktober 2009

ISMANING (rom). Auch im vierten Punktspiel verteidigten die Regionalliga-Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen gestern beim TSV Ismaning ihre blütenweiße Weste.

“Da haben wir gezeigt, was in uns steckt”, war SG-Coach Heiko Fleisch sichtlich beeindruckt von der Nervenstärke seines Teams in den letzten sechs Minuten, als es einen 27:28-Rückstand noch in einen 32:29 (17:12)-Erfolg umwandelte. “Das war schon richtig abgezockt”, so Fleisch weiter. Dass die Gäu-Sieben viel Potenzial hat, bewies sie gestern schon im ersten Durchgang. Erneut stand das Team sehr kompakt in der Abwehr und startete immer wieder zu gefährlichen Tempogegenstößen. Nach zehn Minuten hatte sie sich mit dem 7:4 ein erstes Polster erarbeitet. Darauf ruhte sie sich aber keineswegs aus. “Wir haben sehr konsequent gespielt”, so Heiko Fleisch, der sich zur Pause über ein 17:12 freuen konnte.

“Ismaning ist eine Mannschaft, die nie aufgibt”, warnt der SG-Fleisch in der Kabine, im zweiten Durchgang kam dann auch die erwartete Gegenwehr. Vor allem durch die österreichische Nationalspielerin und brandgefährliche Linkshänderin Lijiiana Paras, die nicht weniger als 15 Treffer landete. So sehr sich die Gäu-Sieben auch mühte, sie konnte nicht verhindern, dass der Vorsprung mehr und mehr zusammenschmolz. Nach 54 Minuten lag die SG sogar zum ersten Mal im Rückstand. “Doch die Mannschaft hat das ganz cool durchgezogen”, freute sich Heiko Fleisch über die Reserven seines Teams, das dem Spiel nach dem 27:28-Rückstand entscheidend den Stempel aufdrückte. Angefangen von Torhüterin Conny Wagner, die etliche wichtige Bälle hielt. “Ich bin in der glücklichen Lage”, so Fleisch weiter, “dass ich viel durchwechseln kann, das macht sich in solchen Situationen bezahlt.” Sein Team hatte den längeren Atem, gewann mit 32:29 und steht nach wie vor ohne Minuspunkt da.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Wagner, Neuffer; Janoch (4), Eisenmann (2), Zümbül (2), Dinkelacker, M. Gloger, Wehe (3), Mäuerle (4), Zang, Krone (1), A. Gloger (9/davon 2 Siebenmeter), Kipp (7), Weiß.

“Quelle:Kreiszeitung Böblinger Bote vom 19.Oktober 2009″

 

Die Schokoladenseite der SG: Vier Spiele, vier Siege

Die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen präsentieren sich in der Regionalliga Süd weiter von ihrer Schokoladenseite und bleiben ohne Punktverlust. Im Auswärtsspiel gegen den TSV Ismaning feierte das Team von Trainer Heiko Fleisch den vierten Sieg.

Von Micha Pfitzer

Nach einem Erfolgserlebnis hatte es sechs Minuten vor Abpfiff aber nicht ausgesehen. 28:29 lagen zu diesem Zeitpunkt Claudia Janoch und ihre Kameradinnen gegen frei aufspielende Ismaninger hinten. Es war der erste Rückstand im Spiel. Dieser drohte aber bitter bestraft zu werden. Die 300 Zuschauer, mit Ausnahme der 15 mitgereisten Fans aus dem Gäu, hofften auf die Sensation in der Osterfeldhalle. Wie aber war es überhaupt zu dieser haarigen Situation gekommen? Die Gäste hatten eine klare 23:20-Führung leichtfertig aus der Hand gegeben. Von der 42. bis zur 54. Minute war der TSV Ismaning am Drücker, nachdem der Favorit den bisherigen Spielverlauf bestimmt hatte. Das Herzstück der Bayern, Spielmacherin Ljljiana Paras, raubte SG-Trainer Heiko Fleisch an der Seitenlinie nicht nur wegen ihrer 15 Tore den letzten Nerv: “Selbst durch eine Manndeckung war sie nicht auszuschalten, sondern hat aus allen Lagen getroffen.”

Die SG wirkte zu dieser Zeit überfordert und hatte sich selbst aus dem Konzept gebracht. In der ersten Halbzeit überzeugte der Gäuverein noch besonders mit seinem Tempospiel, das auch dann zum Tragen kam, als die wegen einer Erkältung geschwächte Anja Gloger (neun Tore) auf der Bank Platz nahm. Das lag besonders an Elisabeth Kipp (7) und Lena Krone (1), die als Ersatz für Gloger auf Rechtsaußen einen starken Eindruck hinterließen.

Aus der dominierenden Vorstellung der Frauen resultierte ein verdienter 17:12-Pausenvorsprung, der nach dem Seitenwechsel fahrlässig wieder hergeschenkt wurde. Schuld daran hatten zum einen die Gastgeber, die endlich ins Spiel fanden, zum anderen aber auch die vielen Patzer im Angriffsspiel der SG. Während Paras mit ihren Treffern den Vorsprung des Favoriten zum Schmelzen brachte, scheiterten Fleischs Frauen offensiv immer öfter an den eigenen Nerven oder an der gut aufgelegten TSV-Torhüterin Ute Becker. Stolze sieben hochkarätige Torchancen ließ die SG-Sieben in dieser Phase ungenutzt. Der klare Favorit war urplötzlich von der Rolle. Doch wie Phönix aus der Asche fand der neue Tabellenzweite in der kritischsten Phase des Spiels wieder in die Spur. In den letzten sechs Minuten ließen Abwehr und Torfrau Constanze Wagner mit drei guten Paraden keinen Gegentreffer mehr zu. Vorne glich zunächst Kipp zum 29:29 aus, ehe Nathalie Eisenmann drei Zeigerumdrehungen vor dem Ende den Favoriten wieder in Führung warf. Der Bann war gebrochen und die bayrischen Gastgeber besiegt. Der 32:29-Sieg bescherte der SG nicht nur den zweiten Tabellenplatz hinter der HSG Albstadt (9:1-Punkte), sondern versetzte SG-Coach Fleisch auch in wahren Freudentaumel: “Die Mannschaft hat wieder einmal ihre Klasse bewiesen, als sie gefordert war. Sie verfiel nicht, wie früher, in Hektik, sondern hat ihr Spiel ohne Wenn und Aber durchgezogen.”

Dennoch täuscht der souveräne Auftakt von vier Siegen aus vier Spielen über eine entscheidende Schwäche hinweg. Gegen aggressive Abwehrreihen, wie sie die kleineren Teams gegen den Favoriten aus dem Gäu besonders gerne spielen, tut sich der Zweite noch schwer. Zu überhastet sucht die Fleisch-Sieben in solchen Fällen den Abschluss und bringt sich damit selbst aus dem Tritt.

Die vielen Fehlwürfe nagen am Selbstbewusstsein, was sich schließlich auf das komplette Spiel des Gäuteams auswirkt. “Wir wollen dann zu schnell zu viel und verlieren die Nerven”, kritisiert Heiko Fleisch das Offensivverhalten seiner Truppe scharf. “Gegen solche Defensivreihen müssen wir noch disziplinierter und konzentrierter unsere Angriffe ausspielen.”

Dies war nicht erst im Spiel beim TSV Ismaning am gestrigen Sonntag der Fall. Nicht immer kann sich der Regionalligist darauf verlassen, dass er die Big Points in den entscheidenden Phasen letztendlich doch noch macht.

Das ehrgeizige Ziel, “60-minütigen Spitzenhandball” (Heiko Fleisch) zu zeigen, ist noch in weiter Ferne. Allerdings befinden sich die SG-Frauen derzeit auf einem guten Weg, zumindest annähernd daran zu kratzen. Heiko Fleisch ist jedenfalls zufrieden, was daran liegt, dass die SG-Sieben “für die Gegner immer schwerer auszurechnen ist”. Der TV Grenzach soll dies als Nächstes zu spüren bekommen.

TSV Ismaning: Becker, Völkel (beide im Tor), Hascher (1), Herzlein (2), Paras (15/2), Schmid (5), Oberhuber (5), Pramberger, Großer, Plack (1), Neckar, Putzke, Moertel, Berger

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Wagner, Neuffer (beide im Tor), Janoch (4), Ulucan (2), Dinkelacker, Miriam Gloger, Wehe (3), Mäurle (4), Eisenmann (2), Zang, Krone (1), Anja Gloger (9/2), Kipp (7), Weiß

“Quelle: Gäubote vom 19.Oktober 2009″

Category: F1: Saison 09/10, Frauen 1

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