22 Fehlwürfe: SG hat im Angriff große Probleme

Erstellt am 23. November 2009

berna_2Auweia, das ging schief. Nur eine Woche nach dem tollen Triumph im Spitzenspiel der Regionalliga gegen Albstadt hat die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen Schiffbruch erlitten und verlor gegen die SG Leutershausen deutlich mit 24:33. Besonders die Offensive bereitete große Sorgen. 22 Fehlwürfe waren des Guten zu viel.

Micha Pfitzer

Es gibt Tage, an denen sich SG-Trainer Heiko Fleisch wohl am liebsten selbst ins Spiel seiner SG-Frauen einwechseln würde. So auch am Samstagabend, als seine Sieben einfach nicht ins Spiel hineinfand. Was Fleisch auch probierte, fruchtete nicht. Auch die Einwechselungen brachten nicht die erhofften Impulse. “Es lief einfach nichts zusammen”, stöhnte der 39-jährige Trainer nach der Schlusssirene. Soeben hatte seine Mannschaft deutlich mit 24:33 bei der SG Leutershausen verloren. Auf den Höhenflug der letzten Woche im Heimspiel gegen Albstadt (41:32) folgte nach nur einer Woche die Bruchlandung.

Heiko Fleisch hatte eine plausible Erklärung: “Normalerweise ist unsere Stärke, dass die Mannschaft als Kollektiv auftritt und durch ihren Zusammenhalt besticht. Aber, wenn es schlecht läuft, kriegt auch die komplette Mannschaft keinen Fuß auf den Boden. Wir gewinnen nicht nur, sondern verlieren leider auch mannschaftlich geschlossen.”

Im Spiel zeigte sich sehr früh, dass die SG-Frauen das ansonsten so starke Tempospiel wohl in der heimischen Markweghalle gelassen hatten. Denn nur zwölf Mal traf der Ball im ersten Durchgang ins Schwarze. Für die Fleisch-Sieben, die zuletzt in zwei Spielen 84 Tore geworfen hatte, viel zu wenig. Das Trainerduo Heiko Fleisch/Claus Wilke kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. “Keine einzige Spielerin ist auch nur annähernd an ihr Niveau herangekommen”, fand Fleisch deutliche Worte. Obwohl offensiv aber gänzlich wenig klappen wollte, gingen die Gäste nur mit einem knappen 12:13-Pausenrückstand nach der ersten Halbzeit in die Kabine. Wenigstens in der Abwehr stand die SG-Sieben sicher und souverän. In der zweiten Hälfte war der Ofen allerdings schnell aus. Statt mit einer klaren Leistungssteigerung das Spiel noch zu drehen, wurde alles noch schlimmer. Im Angriff blieben Kapitän Claudia Janoch und ihre Mannschaft so harmlos wie in den ersten 30 Minuten. Insgesamt 22 Fehlwürfe hatte Claus Wilke nach dem Spiel auf seinem Zettel stehen. Zu viel, um vor 250 Zuschauern zu gewinnen. Nach 35 Minuten waren die starken Leutershausener von 13:12 auf 16:12 enteilt. In der Abwehr hatte die SG-Sieben plötzlich aufgehört, konsequent und konzentriert zu decken. Um die Angriffe der Gastgeber nun besser abzufangen, gingen Fleischs Frauen härter zur Sache. Die Folge davon waren neben acht Siebenmetern, von denen Simone Bess (11) die meisten überzeugend verwandelte, insgesamt noch sieben Zeitstrafen. Die Hälfte der Spielzeit im zweiten Abschnitt musste die SG in Unterzahl auskommen. “Wir hatten uns vorgenommen, noch einmal zurückzukommen, aber das ging leider ziemlich nach hinten los”, so ein konsternierter SG-Trainer Fleisch.

Schon in der 35. Minute war die Vorentscheidung gefallen. Die dreifache Unterzahl der Gäste – Claudia Janoch, Kathrin Mäurle und Nathalie Eisenmann schmorten mit Zeitstrafen auf der Bank – nutzte Leutershausen geschickt aus und erspielte sich ein Vier-Tore-Polster. Fortan waren die Rollen klar verteilt. Der Tabellenvierte bestimmte die Partie, der Zweite hingegen resignierte mit zunehmender Spieldauer. Zudem musste bei den Gästen Kathrin Mäurle wegen einer Sprunggelenksverletzung vorzeitig raus. Wie lange sie ausfällt, steht noch nicht fest.

Nach 50 Minuten war die Pleite für die Gäste besiegelt. Die SGL führte mit 26:19 und erhöhte bis zum Schlusspfiff noch auf 33:24. Fleisch: “Der Hauptgrund für die Niederlage war die Angriffsleistung. Dort waren wir wie schon gegen Möglingen über 60 Minuten viel zu schwach und ineffektiv. Aber das wird sich nicht mehr so schnell wiederholen.”

SG Leutershausen: Düllberg, Kuhr (beide im Tor), Bess (11/6), Geweniger (4), Ober (5/1), Rula Kata Katu (1), Ritzert, Meusel (4), Scheidel (2), Amann (4), Miltenberger (2), Gabriel

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Niepel (beide im Tor), Janoch (5), Ulucan (2), Dinkelacker, Miriam Gloger (2), Wehe, Mäurle (2), Eisenmann (3/1), Zang (1), Krone, Anja Gloger (7/3), Kipp (2)

Quelle “Gäubote” vom 23.11.2009

Böser Ausrutscher in Leutershausen

Diese Niederlage tut verdammt weh: Haben die Regionalliga-Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen vor einer Woche noch mit ihrem Hurra-Stil gegen Spitzenreiter HSG Albstadt begeistert, so setzte es nun bei der SG Leutershausen eine 24:33-Niederlage.

Doppelt ärgerlich ist für die Gäu-Sieben, weil einerseits der Rückstand auf den Spitzenreiter angewachsen ist, anderseits Leutershausen der SG dichter auf die Pelle rückte. “Wenn man sich 22 Fehlversuche leistet, kann man keinen Blumentopf gewinnen”, war Gäste-Coach Heiko Fleisch enttäuscht. “Das war mit Abstand unsere schlechteste Saisonleistung.” In der seine Mannschaft zeigte, dass sie “noch nicht stabil genug ist, um dem Anspruch einer Spitzenmannschaft gerecht zu werden”. Das größte Problem war für Fleisch, “dass wir im Kollektiv einen schlechten Tag hatten”. Wobei die erste Hälfte ganz passabel war. “Man muss allerdings neidlos anerkennen, dass Leutershausen eine Klasseleistung abgeliefert hat”, so Fleisch weiter. Seine Schützlinge nahmen diese Einstellung nur in den ersten 30 Minuten an. Lange stand die Partie daher unentschieden. Nur ein einziges Mal konnten sich die Gäste beim 11:10 über eine Führung freuen. Leutershausen zeigte den größeren Biss, ging mit 13:12 in die Pause. “Da war noch alles in Ordnung”, wusste Fleisch, dass sein Team im Tempogegenstoßspiel zulegen musste, um zu gewinnen. Doch nach einem ausgeglichenen Start in die zweite Hälfte brachen in der bis dato guten Abwehr nach dem 18:20 alle Dämme. “Eine ganz schlechte Phase, wir haben nicht dagegengehalten”, ärgerte sich der Gäste-Trainer. Zudem gab’s eine Zeitstrafe nach der anderen. Leutershausen zog auf 27:19 davon. “Damit war das Spiel gelaufen”, stimmte es Fleisch nachdenklich, “dass wir es nicht geschafft haben, uns wieder ranzukämpfen”. Die Gäu-Truppe ergab sich ohne Gegenwehr. “Mit neun Toren zu verlieren und im zweiten Abschnitt 20 Gegentore zu kassieren, ist bitter.” Nach diesem Debakel gibt es im Training viel anzusprechen: “Wir werden an unseren Fehlern arbeiten”, so Fleisch. Schließlich soll diese Spiel ein einmaliger Ausrutscher bleiben.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Niepel, Marquart; Janoch (5), Ulucan (2), Dinkelacker, M. Gloger (2), Wehe, Mäurle (2), Eisenmann (3/davon 1 Siebenmeter), Zang (1), Krone, A. Gloger (7/3), Kipp (2).

Quelle “Kreiszeitung/Böblinger Bote” vom 23.11.2009

Category: F1: Saison 09/10, Frauen 1

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