Fleisch: “Eine gefährliche Mischung”

Erstellt am 5. Dezember 2009

 

Trainer Heiko Fleisch sieht den heutigen Gegner auf Augenhöhe mit seinem SG-Team GB-Foto (Archiv): Schmidt

Trainer Heiko Fleisch sieht den heutigen Gegner auf Augenhöhe mit seinem SG-Team GB-Foto (Archiv): Schmidt

Das wird nicht leicht: In der Partie bei der HSG Freiburg wollen die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen auswärts punkten. Anders als zuletzt gegen Leutershausen soll die Reise ins Badische diesmal den neunten Saisonsieg einbringen. “Wir müssen keinen Schönheitspreis gewinnen”, schraubt SG-Trainer Heiko Fleisch aber die Ansprüche herunter.

 

 

Micha Pfitzer

Der Coach tut gut daran, heute Abend (20 Uhr) keine Wunder von seiner Mannschaft zu erwarten. Denn die Freiburger überzeugen als Aufsteiger vor allem mit ihrer Heimstärke. Sieben der zehn bisher ergatterten Punkte holten die Breisgauer in der heimischen Gerhard-Graf-Halle. “Vor eigenem Publikum zeigen wir schon immer sehr gute Leistungen”, schickt der Teammanager der Frauen, Raynald Thommen, schon einmal eine Warnung ins Gäu aus. Er rechnet mit knapp 300 Zuschauern, welche die Halle im Schlager gegen den Tabellenzweiten in einen Hexenkessel verwandeln sollen.

Die SG-Frauen sollten daher von Beginn an keinen Zweifel an einem Favoritensieg aufkommen lassen, denn “wenn es eng ist, zeigt sich das Publikum von seiner besten Seite”, verrät Thommen. Da Heiko Fleisch großen Respekt vor dem Gegner hat (“Freiburg wird am Saisonende besser als auf Platz sechs liegen”), gibt er sich vor der heutigen Aufgabe ungewohnt anspruchslos: “Mir reicht es, wenn wir am Ende nur ein Tor vorne liegen. Wir müssen keinen Schönheitspreis gewinnen.”

Die Erfahrungen im letzten Auswärtsspiel bei der SG Leutershausen (24:33) sind eben – zumindest im Hinterkopf – noch präsent. Von den Mängeln im spielerischen Bereich ließ sich der Zweite zu sehr aus der Ruhe bringen, weshalb man den kämpferischen Gastgebern kaum etwas entgegenzusetzen hatte.

Auch in Freiburg rechnet Fleisch mit starken Gastgebern: “Sie haben sich durch den guten Saisonstart in eine Euphorie gespielt, verspüren keinen Druck und werden vom Publikum gut unterstützt. So etwas ist immer eine gefährliche Mischung.” Zumal die SG-Sieben ohne die bisher stets überzeugende Manuela Niepel im Tor auskommen muss. Wegen einer Grippe kann die 39-Jährige erstmals nicht für den Gäuverein auflaufen. Dorothea Rebber fehlt erneut aus beruflichen Gründen. Berna Ulucan konnte die gesamte Woche berufsbedingt, Anja Gloger wegen eines grippalen Infektes nicht trainieren. Kathrin Mäurles Sprunggelenksverletzung ist noch nicht vollständig auskuriert, weshalb sie unter Schmerzen spielen wird. Und von Daniela Weiß kann nach einer überstandenen Lungenentzündung noch nicht zu viel erwartet werden. Die Personalsituation war schon mal besser. “Ärgerlich, dass es vor dem Spiel nicht optimal für uns läuft”, so Fleisch, “aber die Gefahr, Freiburg zu unterschätzen, ist dadurch praktisch weg. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.”

Um den Tabellenzweiten richtig unter Druck zu setzen, wird die HSG die Zweikämpfe suchen, um die SG-Sieben am Kreis festzunageln und deren Tempospiel zu unterbinden. Heiko Fleisch rechnet daher mit einer offensiven 3:2:1-Abwehr, weshalb er unter der Woche die Trainingseinheiten für das Angriffsspiel speziell auf diese Abwehrvariante ausrichtete. “Wenn sie offensiv decken, können sie sich an uns festbeißen”, so Fleisch, “wir mussten also Schwerpunkte setzen.”

Die Südbadener werden als Aufsteiger frei aufspielen – so viel ist sicher. Denn nach dem 35:35-Remis in Leipzig sind die anvisierten 13 Punkte bis zur Winterpause weiter möglich. Einen Punkt gibt Teammanager Thommen als Zielvorgabe für heute Abend aus: “Wir sind nicht unter Zugzwang und spielen ohne Druck. So müssten wir gegen die SG auf jeden Fall punkten können.” Die Botschaft an die SG ist eindeutig: Einen Schönheitspreis gibt es heute Abend wirklich nicht zu gewinnen.

Für das heutige Spiel bei der HSG Freiburg setzt die SG einen Omnibus ein. Abfahrt ist um 16 Uhr am Herrenberger Hallenbad.

Quelle “Gäubote” vom  05.12.2009

Category: F1: Saison 09/10, Frauen 1

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