SG-Frauen wollen wieder an die Spitze
Die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen spielen ihre bisher beste Hinrunde in der Regionalliga. Mit neun Siegen aus elf Spielen steht die Truppe von Trainer Heiko Fleisch fast ganz oben. Heute Abend (18 Uhr) kann die SG daher auch ein wenig Vereinsgeschichte schreiben.
Von Micha Pfitzer
Denn zum ersten Mal könnte der Herbstmeister der Regionalliga aus dem Gäu kommen. Der SG-Sieben reicht im heutigen Heimspiel gegen Aufsteiger TV Großbottwar schon ein Punkt, um den spielfreien Tabellenführer HSG Albstadt (19 Punkte) von dem Platz an der Sonne zu verdrängen. Dem besseren Torverhältnis und direkten Vergleich – die SG gewann gegen Albstadt 41:32 – sei Dank. Doch für die SG-Verantwortlichen ist das eher Nebensache. “Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht so viel darüber nachgedacht”, so Heiko Fleisch. Auch im Handball wird eben erst am Schluss abgerechnet. Wichtig ist, wo die SG am Saisonende steht. Fleisch: “Eigentlich hat die Herbstmeisterschaft keine Aussagekraft. Am ehesten könnte sie uns einen zusätzlichen psychologischen Schub verschaffen.”
Viel wichtiger ist für den SG-Coach, nach dem vorgezogenen Spiel gegen die TS Ottersweier am nächsten Samstag, ganz oben zu stehen. Denn dann würde die SG als Tabellenführer überwintern. “Das wäre die Bestätigung für eine tolle Vorrunde”, betont Fleisch. Doch zunächst muss diese erst noch abgeschlossen werden. Im fünften Heimspiel der Saison wollen die SG-Frauen zum fünften Mal als Sieger vom Platz gehen. Die Vorzeichen dafür sind gut. Bis auf Miriam Gloger werden alle Frauen an Bord sein. Torhüterin Manuela Niepel kehrt nach überstandener Grippe wieder ins Team zurück. Linksaußen Anja Gloger konnte unter der Woche wegen einer Bauchmuskelzerrung nur eingeschränkt trainieren. Da bei einer überstürzten Rückkehr eine solche Zerrung leicht chronisch werden könnte, wird die SG aber Ruhe bewahren. Deshalb wird die 23-Jährige nur spielen, wenn die Zerrung ausgestanden ist. “Damit ist wirklich nicht zu spaßen, weshalb wir kein Risiko gehen dürfen”, sagt Heiko Fleisch bestimmt.
Der große Star des heutigen Gegners sitzt auf der Bank – Trainer-Urgestein Paul Herbinger. Der größte Erfolg in seiner langen Trainerkarriere war der dritte Platz in der Zweiten Bundesliga mit den Männern der TSG Oßweil in der Saison 1993/94. Kein Wunder also, dass Heiko Fleisch großen Respekt vor dem Kollegen hat: “Paul Herbinger ist ein echter Trainerfuchs. Ich schätze ihn wirklich sehr.” Für den Coach des TV Großbottwar wird der heutige Abend etwas ganz Besonderes sein. Denn nicht nur wegen der Freundschaft zu SG-Chef Peter Kiener war Herbinger vor vielen Jahren bei fast jedem Heimspiel in der Markweghalle. Deshalb hat er einen großen Wunsch: “Der FC Bloskapell soll für Stimmung auf der Tribüne sorgen. Das war bisher einfach toll, wenn sie gespielt haben und würde uns noch mehr motivieren.”
Nach dem Spiel seiner Mannschaft will der 55-Jährige dann noch den SG-Männern auf die Finger schauen. Axel Kromer würde es bestimmt freuen. Denn der Trainer der SG-Männer spielte einst unter Herbinger bei der TSG Oßweil. Mit seiner jungen Mannschaft – im Kader stehen sieben Spielerinnen im A-Jugendalter – will Paul Herbinger in dieser Runde die Qualifikation für die neue dritte Liga schaffen. Aktuell kann sich der TVG als Neunter berechtigte Hoffnungen machen, das auch zu schaffen. Wichtig sei im heutigen Spiel, den Gastgebern keine Geschenke zu machen. Denn leichte Ballverluste oder technische Fehler laden die SG zu gefährlichen Gegenstößen ein, die zweifelsohne zu den ganz großen Stärken des Zweiten gehören. “Wenn das passiert, wird es schwer. Nicht umsonst ist für mich die SG der klare Aufstiegsfavorit”, sagt Herbinger. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Bis jetzt steht Platz drei aus der Vorsaison als größter Erfolg von Fleischs Frauen zu Buche.
“Quelle: Gäubote vom 12.Dezember 2009″
Category: F1: Saison 09/10, Frauen 1






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