Planspiele für die zweite Liga laufen bereits
Als Tabellenführer der Regionalliga gehen die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen in das neue Jahr. Der sportliche Leiter Ingo Janoch spricht im Interview über die Entwicklung der Mannschaft und über die Planspiele in Bezug auf einen möglichen Aufstieg in die zweite Liga.
Von Robert Stadthagen
“Gäubote”: Herr Janoch, wenn Sie sich dieTabelle und den Verlauf der Vorrundeanschauen, sind Sie überrascht?
Ingo Janoch: “Es hat sich in der Vorbereitung auf die Saison angedeutet, dass wir eine starke Mannschaft sind. Vor der Runde ist man aber nie sicher, ob es nicht eine Übermannschaft in der Liga gibt. Es hat sich inzwischen gezeigt, dass die Liga ausgeglichen ist und jeder jeden schlagen kann.”
Warum steht die SG vorne?
“Wir haben jetzt seit drei Jahren ein eingespieltes Team, eine stabile 6:0-Abwehr, unheimlich starke Torhüterinnen und einen bundesligaerfahrenen Trainer, der die Mannschaft ständig weiterentwickelt. Dazu kommt, dass die Mannschaft in Sachen Härte und Tempo nochmals zugelegt hat. Und dass taktische Vorgaben noch besser umgesetzt werden, war noch einmal ein Fortschritt in puncto Professionalität.”
Gibt es Details, die Sie erstaunt haben?
“Unser Problem war immer die Linksaußen-Position. Ich habe das Gefühl, dass Miriam Gloger und Cinja Wehe die Herausforderung angenommen haben. Es ist wichtig, dass sie dranbleiben und ihre guten Leistungen zum Standard werden.”
Sie stehen nach der Hälfte der Saison an der Tabellenspitze. Man darf davonausgehen, dass Sie sich Gedanken überdie zweite Liga machen.
“Klar, wir holen uns schon die ersten Informationen. Wir haben das in die Bereiche Organisation, Finanzen und Sport aufgeteilt. Ich werde hier von Helge Held und Rouven Lorch unterstützt.”
Wäre die zweite Liga für Sie zu bewältigen?
“Das erste Brainstorming und der Blick auf den Etat haben ergeben, dass das in Sachen Organisation mit einem überschaubaren finanziellen Mehraufwand zu machen wäre. Was auf der sportlichen Seite zu tun wäre, um eine Zweitligatauglichkeit zu erreichen, können wir im Moment noch nicht abschätzen .”
Was wäre der größte Brocken?
“Es wäre an der Zeit, dass den Spielerinnen der hohe Aufwand auch erstattet wird. Bisher gibt es bei uns nur eine Fahrtkostenerstattung, aber ich arbeite in diesem Bereich weiter. Es wäre bitter, wenn uns eine Spielerin verlässt, weil sie sich sagt, dass sie die von einem anderen Verein gebotenen 200 oder 300 Euro im Monat als Schülerin oder Studentin dringend benötigt. Insgesamt wollen wir aber unseren Weg wie bisher weitergehen. Wir werden keine hoch bezahlten Profis holen.”
Die frühe Verlängerung mit Trainer Heiko Fleisch darf man als Maßnahme sehen, die Hände in diesem Bereich frei zu haben.
“Ja, mir war wichtig, dass wir das früh vermelden können. Heiko hat einen sehr guten Draht zur Mannschaft und findet stets eine gute Mischung zwischen notwendiger Disziplin und Lockerheit Dass er bereits zugesagt hat, ist ein Riesenplus, wenn wir mit unseren eigenen Spielerinnen oder potenziellen Neuzugängen sprechen. Dazu kam noch etwas anderes: Als ich gehört habe, dass Jörg Plankenhorn in Sindelfingen aufhört, habe ich sofort mit Heiko gesprochen.”
Gibt es in diesem Winter personelle Veränderungen in der Mannschaft?
“Nein. Hinter Dorothea Rebber steht immer noch ein Fragezeichen. Sie hat noch verschiedene Bewerbungen laufen. Unter anderem auch in Norddeutschland. Wir werden aber auch dann nicht nachlegen, wenn sie uns in der Rückrunde nicht zur Verfügung steht. Wir waren schon vor der Saison der Ansicht, dass wir einen sehr starken Kader haben und dass Doro diesen zusätzlich verstärkt hätte. Dass wir damit richtigliegen, hat die Vorrunde ohne sie gezeigt.”
Wenn man in der Regionalliga an der Spitze steht, schauen sich höherklassige Vereine die Spielerinnen genau an.
“Spielerinnen wie Berna Ulucan und Anja Gloger werden mit Sicherheit Angebote bekommen. Ich weiß, dass zum Beispiel Glogers Handynummer beim Zweitligisten Metzingen im Notizbuch steht. Aber wir haben jetzt ja selber die Chance, in diese Liga aufzusteigen. Und dann schwebt uns ein Modell vor, wie es der Zweitligist TV Bittenfeld bei den Männern hat. Die sagen: Entweder Bittenfeld, oder erste Liga. Wir müssen die Rahmenbedingungen so attraktiv wie möglich machen. Und wenn dann jemand erste Liga spielen kann, dann muss man ihm gratulieren und sich freuen, dass man ihn so weit gebracht hat.”
Sie hatten am Samstag zum ersten Mal in dieser Runde ein Heimspiel losgelöst von den Regionalliga-Männern der SG. Waren Sie mit der Anzahl von rund 150 Besuchern zufrieden?
“Für ein Einzelspiel vor Weihnachten sehr zufrieden. Es zeigt sich aber, dass die Männer nach wie vor der absolute Zuschauermagnet sind. Es ist schade, dass die tollen Leistungen der Mannschaft nicht noch mehr Zuschauer in die Markweghalle locken. Wir müssen eben noch mehr die Werbetrommel rühren und das Foyer noch besser nutzen, um den Event-Charakter der Heimspiele hervorzuheben.”
“Quelle: Gäubote vom 21.Dezember 2009″
Category: Frauen 1






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