30:29-Sieg – Manuela Niepel macht den Unterschied
Von Micha Pfitzer
Die SG-Frauen wirkten direkt nach der erlösenden Schlusssirene wie ein angeschlagener Boxer, der völlig ausgelaugt den drohenden Knockout noch haarscharf hatte abwenden können. Die Erleichterung

Von wegen auf dem Hosenboden gelandet: Manuela Niepel hielt am Ende den SG-Sieg fest GB-Foto: Bäuerle
der Gäusieben über den 30:29-Sieg gegen die TSG Ketsch II war allen Spielerinnen ins Gesicht geschrieben. Auch das Trainerduo Heiko Fleisch/Claus Wilke wusste: Nur knapp war der Tabellenführer einer handfesten Blamage gegen den abgeschlagenen Regionalliga-Letzten entgangen.
“Wahrscheinlich haben wir Ketsch zumindest unterbewusst unterschätzt”, versuchte Fleisch den desolaten Auftritt seiner Mannschaft zu erklären. Dass die ersatzgeschwächte TSG Ketsch II, die ohne vier Stammspielerinnen antreten musste, den Favoriten in der Markweghalle über 60 Minuten so sehr ärgern konnte, damit hatten wohl die wenigsten unter den knapp 100 Zuschauern gerechnet. “Wir wurden unterschätzt und hätten fast unsere Chance genutzt”, so ein am Ende enttäuschter Ketscher Trainer Thomas Löbich.
Bereits in den ersten Minuten des Spiels zeigten sich die Gastgeber dem Herrenberger Publikum nicht so souverän wie in den bisherigen sechs Heimspielen. Doch es reichte, um in der zwölften Minute mit 9:5 in Führung zu liegen. Nicht schön, aber erfolgreich – so hatten sich Fleischs Schützlinge den Vorsprung erarbeitet. Doch auf einen Schlag agierte die SG offensiv fast genauso schwach wie in der ersten Viertelstunde im letzten Spiel gegen den VfL Waiblingen vor Wochenfrist. Der Zug zum Tor und die Ordnung im Spielaufbau waren verschwunden. Beim Torabschluss kam zusätzlich noch Pech hinzu. Gleich fünfmal prallte der Ball an das Aluminium des Gästetors.
Unter der Magerkulisse auf der Markweghallen-Tribüne machte sich erster Unmut breit und viele fragten sich, warum die SG-Sieben von Minute zu Minute schlechter wurde. Bis zur 20. Minute waren die mutig kämpfenden Gäste auf 9:10 herangekommen. Dann begann die fatale 21. Minute. Norma Krake markierte den 10:10-Ausgleich, der für die TSG wie ein Weckruf war. Während der folgenden 60 Sekunden gelangen den Ketschern drei weitere Tore zur 13:10-Führung. Die SG wurde von den wendigen und frech aufspielenden TSG-Spielerinnen fast vorgeführt.
Allein SG-Torfrau Manuela Niepel spielte als Einzige in Normalform und bewahrte mit sieben Paraden im ersten Durchgang den Herbstmeister vor dem vorzeitigen Knockout. Der Rest des Teams fabrizierte ein wahres Fehlpass-Festival. Man hätte meinen können, der Ball sei gar nicht eingeharzt, so oft wie er vom Favoriten leichtsinnig verschenkt wurde. Mit einem 12:16 und hängenden Köpfen ging der Favorit in die Kabine. “So ein deutlicher Rückstand zur Pause darf nicht sein”, schimpfte Holger Fleisch nach dem Spiel, “ich bin sprachlos und habe keine Erklärung, wie es zu diesen zehn Minuten kommen konnte. Sich vor den eigenen Fans so zu präsentieren, ist schlimm. Zum Glück kam die Pause. Dort konnten wir alles neu ordnen.”
In den zweiten 30 Minuten zeigte sich die SG dann auch kämpferisch um Längen verbessert. Bis zur 45. Minute war der Rückstand aufgeholt (22:22). Die Partie blieb bis zum Schluss spannend, spielerisch aber auf schwachem Niveau. 21 technische Fehler drückten die durchwachsene Leistung der SG aus. Zum Vergleich: Im Schnitt macht der Tabellenführer nur zehn technische Patzer in einem Spiel. Holger Fleisch: “So viele Fehler dürfen einfach nicht sein.” Die Abwehr des Gäuvereins ließ sich weiterhin zu oft zu leicht überwinden. TSG-Routinier Astrid Wörner, die noch rechtzeitig vor dem Spiel von einer Fortbildung nachgekommen war, riss mit geschickten und gut getimten Pässen entscheidende Löcher in den Abwehrverbund. Die beiden Leihgaben aus der Ketscher Bundesligamannschaft, Yvonne Rolland und Norma Krake (beide acht Tore), versenkten dank starker Wurftechnik die Zuspiele von Wörner eiskalt im gegnerischen Kasten.
Bei der SG-Sieben wurde besonders Anja Gloger im Verlauf der zweiten Halbzeit stärker. Mit zehn Toren war die Rechtsaußen-Spielerin wieder einmal beste Werferin. Im Vergleich zu Manuela Niepel blieb aber auch sie, weil von ihren Nebenleuten kaum eingesetzt, spielerisch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die 40-jährige Torhüterin dagegen rettete immer wieder in allerletzter Sekunde mit glänzenden Paraden und wurde mit insgesamt 16 abgewehrten Würfen zur Matchwinnerin für die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen. “Deshalb haben wir sie zu uns geholt. Sie hat heute die Big Points gemacht und das Spiel gewonnen”, lobte Coach Fleisch seine Nummer zwei im SG-Tor.
Dass Niepel am Samstagabend den Unterschied ausmachte, zeigte sie noch einmal drei Sekunden vor dem Ende. Die SG-Frauen führten durch den Treffer von Elisabeth Kipp (fünf Tore) mit 30:29. Das große Zittern blieb aber bis zum Schluss. Plötzlich stand Brunhilde Scheible mutterseelenallein am Kreis der SG. Der 30:30-Ausgleich war so gut wie besiegelt. Doch mit einer fantastischen Reaktion parierte Niepel den Wurf der 34-jährigen Rückraumspielerin aus Ketsch. Heiko Fleisch atmete draußen tief durch und kündigte schon mal an: “Über diese Leistung müssen wir noch ausführlich sprechen.”
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Niepel (beide im Tor), Janoch (6), Ulucan (3), Dinkelacker, Miriam Gloger, Wehe, Mäurle (5), Eisenmann, Zang, Krone (1), Anja Gloger (10/5), Kipp (5)
TSG Ketsch: Essmann (im Tor), Jungnitsch (1), Hoffmann (2), Wörner (2), Fettel (2), Rolland (8), Krake (8), Vetter, Scheible (6/4), Kempf
“Quelle: Gäubote vom 25.Januar 2010
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Handball: Regionalliga Frauen
30:29-Sieg hängt am seidenen Faden
HERRENBERG (rom). Mit einem blauen Auge sind die Handballerinnen von Regionalliga-Spitzenreiter SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen gegen Schlusslicht TSG Ketsch II davongekommen. Am Ende gab’s ein hauchdünnes 30:29 (12:16).
Dabei waren die sechs Heimsiege zuvor allesamt glasklare Angelegenheiten, doch beim verflixten siebten Saisonauftritt vor eigenem Publikum musste mächtig gezittert werden. “Hauptsache gewonnen”, war SG-Trainer Heiko Fleisch nach der Partie erleichtert. Auch wenn er wusste, “dass wir aus dieser Begegnung unsere Lehren ziehen müssen”. Eine dürfte sein, dass sein Team in jedem Spiel den nötigen Kampf und Willen an den Tag legen muss, um zu bestehen.
Häufig hatte die Gäu-Sieben in dieser Runde in der Anfangsphase den Grundstein zum Erfolg gelegt, doch am Samstag lief im ersten Abschnitt nichts zusammen. Die Zweitligareserve aus dem Badischen zeigte keinen Respekt, die Führung wogte bis zum 8:8 hin und her. “Bis dahin war noch alles okay”, so Fleisch, dem es dann aber in den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte die Sprache verschlug, als seine Mannschaft völlig den Faden verlor. In der hoch gelobten SG-Tormaschine war genauso viel Sand im Getriebe wie in der Abwehr. Sogar die einfachsten Dinge misslangen, ein technischer Fehler jagte den anderen. Mit 12:16 ging’s in die Kabine, wo auf die Gastgeberinnen ein geharnischtes Donnerwetter wartete. “So hart habe ich meine Spielerinnen selten kritisiert, umso mehr muss ich sie für die zweite Hälfte loben”, relativierte Fleisch seine Pausenansprache. Und in der Tat: Der Spitzenreiter biss sich in das Spiel hinein, nach 40 Minuten gelang der Ausgleich zum 20:20 und in der 52. Minute lag die SG bereits mit 28:25 in Front. Doch die Partie war noch nicht entschieden, wurde sogar noch einmal spannend. Ketsch profitierte von den Nachlässigkeiten der SG und war beim Stand von 29:30 Sekunden vor Ende im Ballbesitz, doch SG-Torfrau Manuela Niepel hielt mit einer tollen Parade den knappen Vorsprung und damit den Pflichtsieg fest.
“Es bringt nichts, wenn wir verkrampfen”, machte Heiko Fleisch den Hauptgrund für das schwache Spiel seines Teams aus. “Man merkt, dass sich die Mannschaft zu sehr unter Druck setzt.” Deshalb war er letztlich froh über den zwölften Saisonsieg im 15. Spiel. Auch wenn er hart erkämpft war.
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Niepel; Janoch (6), Ulucan (3), Dinkelacker, M. Gloger, Wehe, Mäurle (5), Zang, Krone (1), A. Gloger (10/davon 5 Siebenmeter), Kipp (5), Eisenmann.
“Quelle: Kreiszeitung Böblinger Bote v. 25.Januar 2010″
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Aus Gegners Sicht:
SG Hasslach/Herrenberg/Kuppingen : TSG Ketsch Juniorteam 30:29 (12:16)
“Juniorteam unterliegt beim Tabellenführer äußerst unglücklich”
Mit einer äußerst unglücklichen 29:30 Niederlage (Halbzeit 16:12) beim Tabellenführer der Handball-Regionalliga Süd, der SG Hasslach/Herrenberg/Kuppingen, musste das Juniorteam hinnehmen und bleibt damit weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz der Handball-Regionalliga Süd.
Leider, in diesem Fall für das Juniorteam, bestätigte sich die alte Sportlerweisheit von dem fehlenden Glück wenn man unten steht auf grausame Weise. Spielstand 29:30 aus Sicht der Ketscher Mannschaft und fünf Sekunden zu spielen. Pass von Astrid Wörner aus der Bedrängnis auf die am Kreis frei stehende Brunni Scheible, die laut Schiris ungehindert zum Torwurf kommt und an der Torfrau scheitert. Ungehindert? Scheible schwört Stock und Stein, dass sie beim Torwurf einen Schlag auf den Wurfarm bekommen hat.
Aus der Traum vom Punktgewinn beim Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten, der SG H2K. Ganz stark bei diesem Spiel der Bären-Rückraum mit Astrid Wörner, Brunni Scheible, Yvo Rolland und Norma Krake, die zusammen 24 der 29 Ketscher Treffer erzielten.
„Leider haben uns heute die Tore von außen gefehlt, da haben wir zu viele Chancen vergeben“, so der enttäuschte Trainer Thomas Löbich nach Spielende, der auch bei diesem Spiel auf Katrin Rüttinger im Tor, Spielertrainerin Krisztina Konrad und Jasmin Löbich verzichten musste. Auch Ramona Schmidt, Lene Ebel und Nina Hofstetter fehlten bei diesem Spiel.
Das Spiel begann erwartungsgemäß, die Gastgeberinnen lagen nach zehn Spielminuten mit 6:4 in Führung, und auch nach 20 Minuten mit 10:8 im Soll. Danach sollte eine Umstellung der Ketscher Abwehr auf 5:1 mit Mara Fettel als Speerspitze den H2K-Motor zum Stottern bringen. Diese Verwirrung des Tabellenführers bis zum Seitenwechsel nutzte das Juniorteam gnadenlos aus. Fünf Tore in Folge durch Yvo Rolland (2), Norma Krake (2) und Astrid Wörner zum 13:10 sorgte für ratlose H2K-Gesichter. Bis zum Seitenwechsel erhöhte das Juniorteam auf 16:12.
„Selten habe ich einen Halbzeitpfiff so verteufelt wie in diesem Spiel. Wir hatten gerade so einen phänomenalen Lauf wo uns einfach alles gelingt“, so Betreuer Teddy Kraft auf dem Weg in die Kabine. Und Teddy sollte recht behalten: Zwar gelang dem Juniorteam gleich nach Wiederanpfiff das 17:12, doch dann drehte der Tabellenführer auf. Bis zur 40. Minute war der komfortable fünf-Tore-Vorsprung auf ein Tor zum 19:20 geschmolzen und es sollte für die Restspielzeit zu einem offenen Schlagabtausch kommen. In der 50.Minute dann die 25:24 Führung für die SG H2K und als fünf Minuten später das 29:26 fallen sollte, dachte jeder, dass dies die Vorentscheidung sein würde. Doch weit gefehlt, drei gehaltene Bälle von der gut aufgelegten Torfrau Laura Essmann und ein lupenreiner Hattrick von Norma Krake aus dem Rückraum bedeuteten den 29:29 Ausgleich.
30 Sekunden vor Spielende dann die erneute Führung der Gastgeberinnen zum 30:26, ehe die bereits oben geschilderte Szene den Schlusspunkt unter eine auf hohem Niveau stehende Regionalligapartie setzte. Ein tanzender Tabellenführer im krassen Gegensatz zu einem am Boden zerstörten Tabellenletzten wird als Abschlussbild dieses nicht alltäglichen Handballspiels in Erinnerung bleiben.
Die Mannschaft spielte wie folgt: Essmann (Tor), Krake (8), Rolland (8), Scheible(6/5), Hoffmann (2), Mara Fettel (2), Wörner (2), Jungnitsch (1), Vetter, Kempf
Statistik: Zuschauer: 150
7-Meter: Ottersweier: 8/5 Ketsch: 5/5
Zeitstrafen: Ottersweier: 2 Ketsch :4
Spielstände: 5:3 (10.), 10:8 (20.), 12:16 (HZ), 19:20 (40.), 25:24 (50.), 30:29 (Endstand)
Stimmen zum Spiel:
Thomas Löbich (Trainer): “Die Mannschaft hat ein Riesenspiel gemacht, alle haben das Maximale geleistet. Solche Niederlagen sind schlimmer als Klatschen mit zehn Toren Unterschied. Die Mädels tun mir heute richtig leid. Aber, wir leben noch”.
Teddy Kraft (Teammanager):”Grausam, nach so einer Leistung mit leeren Taschen nach Hause zu fahren“.
Brunni Scheible:“Ich ärgere mich maßlos, dass ich den letzten Ball nicht versenkt habe.
Leider haben die Schiris nicht gesehen, dass ich beim Wurf einen Schlag auf den Arm bekommen habe“.
Mone Hoffmann: „Wir sind alle total enttäuscht das wir leer ausgegangen sind. Einen Punkt hätten wir mindestens verdient gehabt“.
Astrid Wörner:“Schade, wir waren gut vorbereitet, haben das umgesetzt was wir uns vorgenommen hatten und stehen trotzdem mit leeren Händen da“.
“Quelle: www.tsg-ketsch.de/handball/info”
Category: Cute News, F1: Saison 09/10, Frauen 1





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