Lücke am Kreis wird schnell geschlossen

Veröffentlicht am 20. Februar 2010 | Kommentare (0)

 

Die ehemalige Metzinger Zweitliga-Handballerin Kathleen Wiese (am Ball) spielt ab sofort im Trikot der SG GB-Foto (Archiv): Eibner

Die ehemalige Metzinger Zweitliga-Handballerin Kathleen Wiese (am Ball) spielt ab sofort im Trikot der SG GB-Foto (Archiv): Eibner

Gut Ding will Weile haben – normalerweise. Die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen ignorierte das Sprichwort und schlug aufgrund der für die kommende Runde drohenden Personalnot am Kreis auf dem Transfermarkt zu. Am späten Donnerstagabend gab der sportliche Leiter Ingo Janoch einen Neuzugang für die SG-Frauen bekannt. Die zweitligaerfahrene Kathleen Wiese verstärkt das Team ab sofort.

 

 

VonMicha Pfitzer

Aufgrund der Tatsache, dass Daniela Weiß Mitte der Woche ihre endgültige Entscheidung bekanntgab, wegen des Studiums in Bremen das SG-Trikot am Saisonende an den Nagel zu hängen, wurden die seit 14 Tagen laufenden Verhandlungen mit der 24-jährigen Kathleen Wiese forciert. Doch nicht erst in der laufenden Woche zeichnete sich ab, dass die SG-Frauen zur neuen Runde ein Problem am Kreis bekommen könnten. Denn auch Berna Ulucan überlegt seit geraumer Zeit, ob sie ein weiteres Jahr bei der SG dranhängt. Die berufliche Belastung als Intensivpflegeschwester könnte auch für sie den Abschied aus dem Regionalligateam bedeuten.

Der sportliche Leiter Ingo Janoch fackelte nicht lange, als sich die prekäre Lage am Kreis andeutete. Er erinnerte sich an das Testspiel seiner SG-Frauen gegen die TuS Metzingen im August letzten Jahres. Und an die Kreisläuferin des Handballzweitligisten. Nicht nur, weil die beim HC Leipzig ausgebildete Kathleen Wiese während des Spiels unglücklich mit SG-Rechtsaußen Anja Gloger zusammenstieß, sondern vor allem, weil sie ihre Klasse mehr als einmal aufblitzen ließ. “Dass es jetzt mit einer Verpflichtung klappt, ist für uns natürlich super”, meint Janoch.

Für Wiese bedeutet der neue Arbeitgeber, an den sie sich vertraglich bis Sommer 2011 bindet, erst einmal eine Umstellung. Denn die SG-Frauen zahlen bekanntermaßen keine Spielergehälter. Bisher war es die Sportmanagementstudentin aber gewohnt, für den Handball bezahlt zu werden. Um Hobby und Studium in Tübingen zu verbinden, war Wiese 2008 innerhalb der zweiten Liga vom BSV Zwickau zur TuS Metzingen gewechselt. Als die TuS im Sommer allerdings im Zuge der Unterschlagungs-Affäre um Ex-Geschäftsführer Andreas Baumgärtner in arge Finanznot geriet, wurden kurzerhand neue Verträge aufgesetzt, die für die Spielerinnen teilweise Gehaltseinbußen von bis zu 70 Prozent bedeutet hätten. Für die gebürtige Leipzigerin, die mit dem Geld ihr Studium finanzieren musste, ein Ding der Unmöglichkeit. Sie beharrte auf ihren alten Vertrag, zog vor Gericht und wurde schließlich vom Zweitligisten nicht mehr eingesetzt. Bis Januar dieses Jahres war der Neuzugang der SG noch vertraglich an die Metzinger gebunden. Seit September konnte die Studentin aber nicht mehr mit den Ex-Teamkolleginnen trainieren, geschweige denn Spiele bestreiten. “Ich will jetzt nach vorne schauen und die Sache endgültig abhaken. Neues Jahr, neues Glück”, hofft Kathleen Wiese auf bessere Zeiten.

Bei der SG will die bundesligaerfahrene Wiese wieder durchstarten: “Ich hatte zwischenzeitlich die Lust am Handball verloren. Jetzt will ich aber wieder den Spaß entdecken und Erfolge mit der SG feiern.” Am liebsten den Aufstieg in die Zweite Bundesliga, zu dessen Gelingen Kathleen Wiese mit guten Leistungen beitragen will. Zunächst aber sei wichtig, den Trainingsrückstand aufzuholen.

Als etwas Besonderes sieht sich die 24-Jährige, die nach dem Abitur ein Jahr beim dänischen Verein GOG Gudme HK aktiv war, in ihrer neuen Mannschaft nicht. “Ich bin einfach froh, dass ich ein Teil der SG sein darf. So freundlich wie am vergangenen Donnerstag bin ich noch bei keinem anderen Verein begrüßt worden”, erklärt sie mit einem Strahlen.

Eine Mehrbelastung im Vergleich zu den vergangenen Jahren bedeutet das Engagement beim Gäuverein aber auf alle Fälle. Denn Studium und Lebensunterhalt muss Kathleen Wiese durch einen Nebenjob finanzieren. Dazu kommen noch Trainingseinheiten und Spiele für die SG – die Kreisläuferin wird notgedrungen häufig auf Achse sein. “Das muss ich irgendwie unter einen Hut bekommen, aber ich bin mir sicher, dass ich das schaffen werde”, gibt sich Wiese optimistisch.

Um Wiese nicht schon zu Vertragsbeginn unter zu großen Druck zu setzen, stellt Ingo Janoch eines klar: “Wir erwarten von ihr nicht, dass sie uns in die zweite Liga wirft. Dafür musste sie zu lange pausieren. Zur neuen Runde soll sie für uns die erhoffte Verstärkung werden. Wenn dies schon früher eintritt, dann wollen wir uns natürlich nicht beschweren.”

“Quelle:Gäubote vom 20.Februar 20010″

Category: Cute News, Frauen 1

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