29:35 – Diese Niederlage tut doppelt weh

Veröffentlicht am 1. März 2010 | Kommentare (0)
Jetzt ist guter Rat teuer. Geschockt nimmt die SG-Bank die 29:35-Niederlage in Grenzach zur Kenntnis - von links Eli Kipp, Claudia Janoch, Caroline Dinkelacker, Daniela Weiß, Lena Krone, Kathrin Zang, vor der Bank sitzend: Nathalie Eisenmann GB-Foto: Schön

Jetzt ist guter Rat teuer. Geschockt nimmt die SG-Bank die 29:35-Niederlage in Grenzach zur Kenntnis - von links Eli Kipp, Claudia Janoch, Caroline Dinkelacker, Daniela Weiß, Lena Krone, Kathrin Zang, vor der Bank sitzend: Nathalie Eisenmann GB-Foto: Schön

Die Verantwortlichen der Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen hatten es schon vor dem Anpfiff geahnt. In einem Regionalliga-Auswärtsspiel gegen Grenzach zu bestehen, ist kein Pappenstiel. Dass die SG-Sieben von Trainer Heiko Fleisch aber 29:35 verlieren würde, damit hatte beim Gäuverein niemand gerechnet.

Von Micha Pfitzer

Fassungslosigkeit über den Patzer machte sich direkt nach der Schlusssirene breit. Heiko Fleischs Miene war sinnbildlich für die Verfassung seiner Mannschaft, als die 29:35-Niederlage beim TV Grenzach nach 60 Minuten besiegelt war. Enttäuschung und das Hadern mit der eigenen Leistung prägten die Gesichtszüge des 39-jährigen SG-Trainers in den ersten Minuten nach dem Auswärtsspiel. “Wir hätten gewinnen können und uns selber um den Sieg gebracht. Leider waren es heute viel zu viele Fehler”, meinte ein geknickter Fleisch.

Auch der sportliche SG-Leiter Ingo Janoch, der im Vorfeld der Partie nicht müde wurde, vor Grenzach zu warnen, schüttelte nur noch den Kopf: “Das war die dritte Saisonniederlage. Alle drei haben wir auswärts kassiert und jeweils sind wir an den eigenen Fehlern gescheitert, obwohl wir alles gegeben haben.”

Die Zahl 25 vermieste den beiden SG-Verantwortlichen den Samstagabend gewaltig. Denn so viele technische Fehler fabrizierte der Tabellenzweite gegen kampfstarke Gastgeber, welche die vielen geschenkten Ballgewinne dankend annahmen und gegen die zusehends verunsicherte SG auftrumpften.

“Die vielen Fehler haben uns demoralisiert”, so Heiko Fleisch. Von Anfang an hatte der Favorit in der Zielmattenhalle mit den Unsicherheiten in der Ballbehandlung zu kämpfen. Bis zur 20. Minute lief die SG ständig einem Rückstand hinterher. Immer wieder war der TV Grenzach davongezogen, doch ebenso oft bewies die SG-Sieben Moral und kämpfte sich wieder heran. So auch zwischen der 15. und 20. Minute, als das von der angeschlagenen Claudia Janoch angeführte Gäuteam einen 7:10-Rückstand in eine 12:11-Führung umbog. Bis zur 29. Minute blieb die SG in Front. Doch als beim Stande von 16:15 für die SG der Favorit endlich auf den richtigen Weg gefunden zu haben schien, schlug wieder das Nervenkostüm zu. Unter Mithilfe der SG glichen die Grenzacher zunächst auf 16:16 aus, bevor ein zu hektisch abgeschlossener Gästeangriff den TVG 40 Sekunden vor dem Seitenwechsel in Ballbesitz brachte.

Ein Wurf, ein Tor, ein Bild mit Symbolcharakter. Immer wenn es darauf ankam, spielten dem Favoriten die Nerven einen Streich. “Heute waren Licht und Schatten in unserem Spiel sehr nah beieinander”, analysierte Heiko Fleisch die Leistung seiner Frauen, “in den entscheidenden Momenten waren wir nicht auf der Höhe.” In der zweiten Halbzeit änderte sich daran nichts mehr. Die vielen Einladungen der Gäste in Form technischer Fehler nutzte Grenzachs Antje Bauer (zehn Tore) am konsequentesten. Der Rückstand betrug in der zweiten Halbzeit immer mindestens zwei Tore. An der dritten Auswärtsniederlage war nicht mehr zu rütteln. Das Debüt der neuen SG-Kreisläuferin Kathleen Wiese (Fleisch: “Ihr Einstand war gut”), der nach nur drei gemeinsamen Trainingseinheiten verständlicherweise noch die Bindung zur Mannschaft fehlte, stand unter einem schlechten Stern. Doch mit vier Treffern stellte die 24-Jährige immerhin ihren Torinstinkt unter Beweis.

Das alles änderte aber nichts daran, dass die SG-Sieben einen rabenschwarzen Tag erwischte. Denn die Niederlage schmerzte gleich doppelt. Nicht nur, weil ohne die vielen technischen Fehler ein Sieg möglich gewesen wäre, sondern vor allem, weil Tabellenführer HSG Albstadt am Sonntag sein Auswärtsspiel bei der TSG Ketsch II souverän mit 36:28 gewann. Die Ausgangslage der SG im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga hat sich verschlechtert. Mit einem Spiel weniger als die HSG liegt man vier Punkte hinter Albstadt. Die HSG hat zudem einen wichtigen Vorteil: Das voraussichtlich alles entscheidende Gipfeltreffen zwischen den beiden Tabellenersten findet in der Albstädter Mazmannhalle (20. März) statt. Für SG-Trainer Heiko Fleisch sind die Rollen nun klar verteilt: “Wir sind definitiv nicht mehr der Aufstiegsfavorit. Albstadt kann es aus eigener Kraft schaffen. Wir müssen jetzt zusammenrücken und auf Fehler der HSG warten.” Dass der Aufstiegsdruck damit nicht mehr auf den Schultern der SG-Spielerinnen lastet, ist für Fleisch “nicht schlecht. Wir können jetzt ganz befreit aufspielen.”

Sofern die Trainingsbeteiligung besser ist als in den letzten beiden Wochen. Krankheits- und berufsbedingt konnten viele SG-Akteure nicht regelmäßig zum Training erscheinen. Die Folge: Gegen den TV Grenzach fehlte dem Gäuverein die nötige Form. “Im Training müssen wir wettkampforientiert arbeiten. Das geht aber nur, wenn alle Spielerinnen anwesend sind. So eine Leistung ist ein Produkt des unbefriedigenden Trainings”, fand Fleisch deutliche Worte. Ingo Janoch schlug in dieselbe Kerbe: “Die letzten Wochen waren sehr schwierig. Dafür bekamen wir jetzt die Quittung.” Doch als Angriff gegen die Mannschaft wollte das Erfolgsduo seine Worte nicht verstanden wissen. “Keine einzige Spielerin fehlt bewusst im Training. Wenn man mit Handball kein Geld verdient, hat der Beruf höchste Priorität”, zeigt Heiko Fleisch Verständnis für die Lage seiner Spielerinnen. Nächsten Samstag steht das Gäuteam im Heimspiel gegen den TV Möglingen wieder unter Zugzwang.

Grenzach: Szrnka, Abbrederes (beide im Tor), Gridic (1), Gabbert (1), Femel (2), Herzer, Bauer (10/3), Kunkel, Diehl (5), Jung (7), Mathys (3), Pleines (6), Kohler

Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Niepel (beide im Tor), Janoch (5), Ulucan (1), Dinkelacker, Miriam Gloger (1), Wehe, Eisenmann (3), Zang, Krone (2), Wiese (4), Anja Gloger (12/5), Kipp (1), Weiß

“Quelle: Gäubote vom 1.März 2010″

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In Grenzach auf verlorenem Posten

 

GRENZACH (rom). Herber Rückschlag: Erstmals seit dem 22. November 2009 mussten die Regionalliga-Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen wieder eine Niederlage einstecken.

“Das ist ernüchternd und enttäuschend zugleich”, hatte sich SG-Trainer Heiko Fleisch den Start in die Wochen der Wahrheit im Kampf um die Meisterschaft nun wahrlich anders vorgestellt als mit einer 29:35-Pleite beim TV Grenzach. “Das ist für uns aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir werden diese Woche im Training wieder angreifen”, so Fleisch, dem es nicht ungelegen kommt, in den beiden folgenden Heimspielen wieder Boden gutzumachen, ehe es am 20. März zum Gipfeltreffen beim Spitzenreiter HSG Albstadt kommt. “Die erste Halbzeit war noch in Ordnung”, konstatierte der SG-Trainer, klammerte dabei die ersten zehn Minuten aus, als sein Team mit 5:9 im Hintertreffen lag. Danach legte die Gäu-Sieben im Angriff zu, hatte beim 12:11 erstmals die Nase vorn. Doch es sollte die letzte Führung sein. Das Wurfverhalten wurde schlechter, auch in der Abwehr klafften zu große Lücken. Grenzach nutzte dies zur 17:16-Pausenführung, profitierte auch danach von den vielen technischen Fehlern der SG, wurde immer selbstsicherer und schraubte das Resultat bis zum 35:29-Endstand in die Höhe.

“Diese Niederlage ist auch das Resultat der vergangenen Trainingswoche, als viele Spielerinnen aus den unterschiedlichsten Gründen fehlten”, sagte Heiko Fleisch, der ab sofort wieder auf eine bessere Beteiligung hofft, um gegenüber der HSG Albstadt nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Niepel, Marquart; Janoch (5), Ulucan (1), Dinkelacker, M. Gloger (1), Wehe, Eisenmann (3), Zang (1), Krone (2), A. Gloger (11/davon 5 Siebenmeter), Wiese (4), Kipp (1), Weiß.

“Quelle:Kreiszeitung Böblinger Bote vom 1.März 2010″

Category: Cute News, F1: Saison 09/10, Frauen 1

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