Kuties holen sich in Albstadt erstmals den HVW-Pokalsieg-Titel

Erstellt am 17. Mai 2010

 

Nathalie Eisenmann (Mitte) von der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Gegen die WSG Ehningen-Pfullingen im Final-Four-Pokalfinale durchgesetzt. eib

Nathalie Eisenmann (Mitte) von der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Gegen die WSG Ehningen-Pfullingen im Final-Four-Pokalfinale durchgesetzt. eib

Unverhofft kommt oft. Wirklich viel hatten sich die Frauen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen für das Final Four im HVW-Pokal in der Albstädter Mazmannhalle nicht ausgerechnet. Doch am Ende kam alles anders. Mit dem Pokal im Gepäck kam man wieder in Herrenberg an. Das war vor allem Torfrau Manuela Niepel zu verdanken. Sie sicherte den 23:18-Finalsieg über die WSG Eningen-Pfullingen mit unzähligen Paraden.

Von Micha Pfitzer

Pokalsieg: Doch noch ein versöhnlicher Saisonabschluss für die Regionalliga-Frauen der SG GB-Foto: Fuhrmann

Pokalsieg: Doch noch ein versöhnlicher Saisonabschluss für die Regionalliga-Frauen der SG GB-Foto: Fuhrmann

“Schön, dass ich mich mit einer guten Leistung verabschieden konnte”, jubelte die Matchwinnerin nach dem Triumph über Überraschungsfinalist WSG Eningen-Pfullingen. Die mit Abstand älteste Spielerin im Kader der SG hatte mit 19 guten Paraden ihre Vorderleute das nervenaufreibende Finale über im Spiel gehalten. Ehre, wem Ehre gebührt, dachte sich die Mannschaft und ließ bei der Pokalübergabe der 40-jährigen Torfrau den Vortritt.

Einer starken Abwehrleistung und eben Niepels Paraden war es zu verdanken, dass der Favorit aus dem Gäu trotz Ladehemmung in der Offensive im Finale verdient zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den HVW-Pokal mit nach Hause nahm. Es war das perfekte Ende von Niepels halbjährigem Intermezzo bei der SG. “Ich bin froh, dass ich dieser tollen Mannschaft mit meinen Paraden ein letztes Mal helfen konnte.”ROM II 038

Manuela Niepel machte am Samstagabend den Unterschied zwischen Eningen-Pfullingen und den SG-Frauen aus. Denn der Außenseiter setzte dem Regionalliga-Vizemeister heftig zu und zeigte keinerlei Respekt. Mit Folgen für die SG. Auch wenn im Halbfinale gegen den erschreckend schwachen TV Großbottwar ein 37:17-Schützenfest im Schongang erzielt wurde, zeigte sich spätestens in der zweiten Hälfte des Endspiels, dass jede einzelne SG-Spielerin körperlich am Limit angekommen war. “Dass Halbfinale und Finale an einem Tag ausgetragen werden, ist eigentlich nicht machbar”, kritisierte Claus Wilke. Der Co-Trainer war beim Final Four alleiniger Chef an der Seitenlinie, weil Trainer Heiko Fleisch zu Hause krank das Bett hüten musste. Und obwohl Wilke gegen Großbottwar wegen einer vorentscheidenden 18:5-Halbzeitführung im zweiten Durchgang kräftig rotieren ließ, um Kräfte zu sparen, glich die Bank der SG am Ende des Final-Four-Tages einem Lazarett aus krampfgeplagten, verletzten und angeschlagenen Handballerinnen.

Dazu trug in nicht unerheblichem Maße die WSG Eningen-Pfullingen bei. Denn der Meister der Baden-Württemberg-Oberliga, der im ersten Halbfinale unerwartet den enttäuschenden Zweitligaaufsteiger und Gastgeber HSG Albstadt mit 30:29 ausgeschaltet hatte, dachte nicht daran, der favorisierten SG-Sieben das Feld kampflos zu überlassen.

Die SG konnte ihr gefürchtetes Tempospiel nicht einmal ansatzweise so effektiv umsetzen wie noch im Halbfinale gegen Liganachbar Großbottwar. Das lag zum einen an der kurzen Regenerationspause von nur 70 Minuten zwischen Halbfinale und Endspiel. Zum anderen aber auch an der WSG-Abwehr, die dem Regionalligisten mit ihrer aggressiven, zuweilen überharten Gangart massiv zusetzte. Phasenweise schien die WSG glatt die Sportart zu verwechseln, wenn sie die SG-Frauen immer wieder in bester Ringermanier zu Fall brachte.

Ein beliebtes Ziel der gegnerischen Attacken stellte Nathalie Eisenmann dar, die am Samstag Claudia Janoch auf Rückraummitte überraschend problemlos vertrat. Im Halbfinale war die 19-Jährige nach Anja Gloger (neun Tore) die treffsicherste Spielerin auf dem Platz gewesen (8), was Eningen-Pfullingen nicht entgangen war. Im Endspiel versuchte man nun, Eisenmann mit regelmäßigen Stößen aus dem Konzept zu bringen. “Mein Brustkorb tut schon sehr weh”, klagte die Rückraumspielerin ihr Leid, “der Gegner ist ziemlich heftig auf den Körper gegangen.” Unterstützung erfuhr Eisenmann von Claus Wilke, der die harte Gangart mit einem heftigen Kopfschütteln quittierte. Dass der Außenseiter bei Gegenstößen immer wieder in den Wurfarm von SG-Spielerinnen griff, brachte den Co-Trainer auf die Palme: “Der Schutz meiner Spielerinnen war teilweise nicht mehr garantiert. Mit solchen unfairen Aktionen macht sich diese Mannschaft garantiert keine Freunde.”

Aufgrund schwindender Kräfte, des hart verteidigenden Gegners und einer unbefriedigenden Leistung der beiden Schiedsrichter Edmund Krieg (Möglingen) und Lars Stief (Nürtingen) waren beide Teams bis zur 45. Minute gleichauf. Nun zogen die SG-Frauen noch einmal an und setzten sich auf 20:13 ab (52.). Der Vorsprung schrumpfte noch einmal auf drei Tore, doch die beiden Treffer von Nathalie Eisenmann und Anja Gloger in der 60. Minute machten den 23:18 (9:9)-Favoritensieg letztendlich perfekt.

Zwar fehlten direkt nach Spielende noch die Kräfte, um ausgelassen zu feiern, doch die Freude über den Coup war allen anzumerken. “Ein großes Lob an die Mannschaft. Der Pokalsieg ist das Sahnehäubchen auf die tolle Saison”, sagte Claus Wilke vollauf zufrieden.

SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Niepel (im Tor), Ulucan, Dinkelacker, Miriam Gloger, Wehe, Mäurle, Eisenmann, Zang, Krone, Anja Gloger, Kipp

“Quelle:Gäubote vom 17.Mai 2010″_________________________________________________________________________________

SG-Frauen lösen das Ticket für den Einzug in den DHB-Pokal

 

Nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft in der Regionalliga Süd setzten sie am Samstag einen drauf und wurden HVW-Pokal-Sieger. “Das ist die Krönung der Saison”, strahlte Co-Trainer Claus Wilke, der den erkrankten Heiko Fleisch vertrat. Im Halbfinale verwies die Mannschaft den ersatzgeschwächten Klassenkameraden TV Großbottwar mit 37:17 in die Schranken, und auch im Endspiel gegen Pokalschreck WSG Eningen-Pfullingen ließ sie beim 23:18 nichts anbrennen. “Nach der dreiwöchigen Pause konnte man das nicht unbedingt erwarten”, freute sich Claus Wilke über die Art und Weise, wie sein Team die beiden letzten Pokalhürden nahm. Als Belohnung gab es nicht nur den großen Siegerpott nebst zwei Spielbällen, sondern auch das nunmehr dritte Ticket für den DHB-Pokal. 

Förmlich überrannt wurde Ligarivale TV Großbottwar. “Da passte einfach alles zusammen”, so Wilke zufrieden. Schon nach wenigen Minuten war die SG dank einer konsequenten Abwehrarbeit auf der Siegerstraße, baute die Führung Treffer um Treffer bis zum 18:5-Halbzeitstand aus. “Eigentlich wollten wir danach das Tempo rausnehmen, um Kräfte zu sparen für das Endspiel”, so Wilke mit einem Schmunzeln, “das mit dem Bremsen hat aber nicht immer geklappt.”

Im anderen Halbfinale hatte zuvor Drittliga-Aufsteiger WSG Eningen-Pfullingen mit dem 30:29 über Pokalverteidiger und Zweitliga-Aufsteiger HSG Albstadt für eine Überraschung gesorgt. Die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen wusste also, was auf sie zukommt, wollte mit einem Sieg für ein passendes Abschiedsgeschenk für Urgestein Berna Ulucan (sie wechselt zur HSG Albstadt) und Torfrau Manuela Niepel, die vor Weihnachten eingesprungen war und in der kommenden Saison als Trainerin für die Torhüterinnen weitermacht, sorgen. Nach den Ausfällen von Monika Marquart (privat verhindert) und Conny Wagner (krank) war Niepel einzige verbliebene Torhüterin aus dem SG-Kader. Zudem standen noch Carolin Dinkelacker, Miriam und Anja Gloger, Cinja Wehe, Kathrin Mäurle, Nathalie Eisenmann, Kathrin Zang, Lena Krone, Berna Ulcan und Eli Kipp zur Verfügung.

Überzeugen konnte die 19-jährige Nathalie Eisenmann als Vertreterin für die ebenfalls privat verhinderte Spielmacherin Claudia Janoch, die mit dazu beitrug, dass sich die SG im Finale auf 6:3 absetzen konnte. Danach hielt die kesse WSG immer besser dagegen, glich bis zur Pause aus (9:9). Doch der Regionalligist biss noch einmal auf die Zähne. Zum Beispiel Lena Krone, die sich im ersten Durchgang eine Handverletzung zuzog, aber erst aufgab, als noch eine Knieprellung hinzukam. Nach dem 11:11 machte die Gäu-Sieben ernst, zog über 16:13 und 19:13 zum 23:18-Endstand davon. “Besser geht’s nicht”, resümierte Claus Wilke, der an der Seite von Heiko Fleisch weitermachen wird, eine erfolgreiche Saison.

“Quelle:Kreiszeitung Böblinger Bote vom 17.Mai 2010″

Category: Cute News, F1: Saison 09/10, Frauen 1

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