Fleisch: “So kann es weitergehen”

Erstellt am 10. Juli 2010

Die richtig heiße Phase der Vorbereitung auf die Saison 2010/2011 steht bei der Frauenmannschaft SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen noch aus. Doch im ersten Testspiel gegen Erst liga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim präsentierte sich die Sieben von Trainer Heiko Fleisch am Donnerstagabend bereits in ansprechender Frühform.

Von Micha Pfitzer

Die Stimmungslage bei den ungleichen Kontrahenten hätte zur Halbzeitpause in der Herrenberger Längenholzhalle unterschiedlicher nicht sein können. Während die Spielerinnen der Gäu-SG gelöst und entspannt auf den Wiederanpfiff des Testspiels gegen den klaren Favoriten SG BBM Bietigheim warteten, hatten ihre Gegnerinnen indes nichts zu lachen. Bietigheims Trainer Hagen Gunzenhauser machte seinem Unmut deutlich Luft und rüffelte seine Sieben für den schwachen Auftritt in der ersten Halbzeit. “Wir haben nur zugeschaut und abgewartet”, schimpfte der Erfolgscoach des Erstliga-Aufsteigers und forderte für die zweite Halbzeit mehr Tempo, mehr Leidenschaft und vor allem mehr Einsatz.

Zur Überraschung aller war die Gäu-SG mit einer 13:12-Führung in die Halbzeitpause gegangen. Offensiv fehlte den Frauen von Heiko Fleisch zwar noch oft die Zielgenauigkeit, doch insgesamt ließ sich die Leistung der ersten 30 Minuten schon ganz gut an. Zeitweise war der Drittligist bis auf drei Tore enteilt, was Fleisch mit einem “Gut so, Mädels” goutierte. Dabei sind die personellen Voraussetzungen derzeit nicht optimal. Elisabeth Kipp fällt für die nächsten zwei Wochen wegen einer Fingerverletzung aus. Kathleen Wiese und Neuzugang Julia Bühner können verletzungsbedingt wohl erst Anfang August in die Vorbereitung einsteigen. Als Ersatz streiften Sandra Eipper, Laureen Kappus und Sonja Hippich aus der zweiten Mannschaft am Donnerstag das SG-Trikot über.

“Gute Defensivleistung”

Folglich stellte SG-Trainer Fleisch für das Testspiel bescheidene Ansprüche: Die Frauen um Spielmacherin Claudia Janoch sollten versuchen, mit dem ehemaligen Ligakonkurrenten vor allem in Sachen Tempo mitzuhalten. “Das hat das Team dann überraschenderweise sehr gut umgesetzt”, zollte Fleisch nach dem Spiel Respekt, “auch die Defensivleistung in der ersten Halbzeit hat mir sehr gut gefallen.”

Dort zog die “kleine” SG aus dem Gäu der “großen” SG aus Bietigheim im ersten Durchgang auch den Zahn. Aktiv suchte der Abwehrverbund immer wieder die Zweikämpfe gegen die anstürmenden Favoritinnen und zwang sie so zu Ballverlusten. Lediglich zwölf Tore fabrizierten die Gäste in Abschnitt eins.

Nach der Pause änderte sich dann aber das Bild. Die Ansprache von Trainer Hagen Gunzenhauser zeigte bei den Bietigheimern Wirkung. Spielmacherin Jurgita Markeviciute bekam nun mehr Einsatzzeit und kurbelte das Spiel des Erstligaaufsteigers kräftig an. Nach 45 Minuten lagen die Gäste standesgemäß mit 23:16 vorne. Bis zum Spielende enteilte die Gunzenhauser-Sieben bis auf zehn Tore. Nach dem 35:25-Testspielsieg schien die Welt des Erstligisten wieder in Ordnung. Angesichts der ersten Halbzeit konnten sich aber auch die Gastgeber gegenseitig auf die Schultern klopfen. Und auch Heiko Fleisch fasste ein positives Fazit: “Das intensive Training der letzten vier Wochen hat sich vor allem in der ersten Hälfte gezeigt. Jede Spielerin hat Akzente gesetzt. So kann es weitergehen.”

Die nächste Gelegenheit für einen Formtest hat die SG bereits am heutigen Samstag. Beim Turnier in Altbach trifft man in der Vorrunde auf die beiden Zweitligisten SV Allensbach und TV Nellingen und auf einen Qualifikanten.

SG Haslach/Hbg./Kupp.: Marquart, Nicksch (beide im Tor), Janoch (7/1), Dinkelacker (1), Miriam Gloger, Kappus, Wehe (1), Mäurle (2), Eipper, Eisenmann (3), Zang (2), Krone, Anja Gloger (9/3), Hippich

“Quelle:Gäubote vom Samstag,10.Juli 2010″

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