Julia Bühner hält schon über 45 Minuten durch
Als sichtlich gereift im Mannschaftsverbund stellt sich das Drittligateam der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen dar. Zumindest, wenn es nach Trainer Heiko Fleisch geht.
Von MICHA PFITZER
Starker Kader – Drei Wochen vor Rundenbeginn sieht Heiko Fleisch, Trainer der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen, seine Mannschaft für die dritte Liga gut gerüstet. Grund dafür ist vor allem der ausgeglichen besetzte Rückraum. Neuzugang Julia Bühner (GB-Foto: gb) absolvierte am Sonntag gegen die SG Schenkenzell/Schiltach (29:21) ihr erstes Handballspiel nach achtmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) und hinterließ gleich einen guten Eindruck beim Trainer: “Mich hat nicht nur überrascht, dass sie 45 Minuten schon durchhält, sondern dass auch das Zusammenspiel mit dem Rest des Teams bereits klappt.” Seit drei Wochen trainiert Bühner wieder unter voller Belastung und bewarb sich nicht erst am Sonntag als echte Alternative zu Claudia Janoch auf Rückraummitte. Da parallel zur Neuverpflichtung der 23-Jährigen keine Rückraumspielerin den Club verlassen hat, ist die SG auf dieser Position gut aufgestellt. Heiko Fleisch versetzt diese Ausgangslage ins Schwärmen. “Insgesamt verfügen wir über den bisher stärksten Kader”, ist er überzeugt, schiebt aber nach, dass “das auch nötig ist, da die dritte Liga bedeutend stärker ist als die bisherige Regionalliga.”
Lernwillige Mannschaft – Dass die SG-Frauen im Vergleich zu den letzten Jahren weiter gereift sind, zeigt die “kooperative Atmosphäre”, wie es Heiko Fleisch formuliert. Gut war die Stimmung innerhalb der Mannschaft schon immer. Neuerdings diskutieren die Spielerinnen aber auch über inhaltliche Dinge miteinander und mit den Trainern, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Fleisch: “Das Team zeigt, dass es ständig etwas dazulernen möchte. Jede Einzelne macht sich ihre Gedanken über die Taktik.” Der Grund für diese Verbesserung ist schnell gefunden. Da die SG-Sieben seit Jahren eine eingespielte Truppe ist, muss inzwischen kaum noch Zeit für den Findungsprozess investiert werden. Auch Neuzugängen wie Julia Bühner wird der Einstieg dadurch erleichtert. “Die Entwicklung der Mannschaft ist sehr positiv”, lobt Fleisch seine Schützlinge, “dass die Mannschaft inzwischen auch taktische Fragen reflektiert, könnte für uns in dieser Saison ein großer Vorteil werden.”
Die Halle soll kochen – Lange ist es nicht mehr hin, dann beginnt für die SG-Männer das Abenteuer Zweite Bundesliga. Die SG-Frauen lässt dies nicht kalt. “Wir freuen uns wirklich sehr für die Männer, dass sie in der Bundesliga spielen können”, meint Heiko Fleisch. Allerdings hat jede Medaille auch zwei Seiten. Zwar machen die Männer mit ihrem Bundesligaaufstieg für den gesamten Verein beste Werbung, doch vor allem im Bereich der Zuschauerzahlen müssen die SG-Frauen wohl mit Rückschlägen rechnen. Nur noch fünf Heimspiele trägt die Drittligamannschaft direkt vor den SG-Männern aus. Oftmals sorgte diese Konstellation wenigstens in der zweiten Halbzeit für volle Ränge beim Spiel der SG-Frauen. “Wir müssen unser Profil eben weiter schärfen, um eigene Fans in die Halle zu locken”, bleibt Heiko Fleisch optimistisch und vertraut auf den Erfindungsgeist von SG-Frauenchef Ingo Janoch. Der hat in der Tat wieder einige Marketingstrategien im Köcher. “Wir sehen beim Nachwuchs das größte Potenzial”, erklärt Janoch. “Es ist eminent wichtig, dass die Spielerinnen aus der Jugend schon früh eine enge Beziehung zur Aktivenmannschaft haben.” Wie sehr sich bereits Teenager für die Belange der ersten Frauenmannschaft interessieren, würden Lena Krone und Kathrin Zang als C-Jugendtrainerinnen immer wieder im Training berichten. Um diese Fans regelmäßig in die Markweghalle zu Heimspielen der SG-Frauen zu lotsen, ist ein neu eingeführter Jugendspielertarif geplant.
Auch am Außenauftritt, zum Beispiel durch Spielankündigungen in Form von Plakaten oder Flugblättern, wollen die SG-Frauen weiter feilen. Janoch: “Auch hier ist vieles noch verbesserungswürdig.” Die Frauenabteilung macht sich intensive Gedanken über die Mobilisierung eigener Zuschauer.
“Quelle:Gäubote vom 25.August 2010″





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