DHB-Pokal:Positives Fazit trotz Pokal-Aus
Wacker gekämpft, trotzdem verloren: Die Drittliga-Handballerinnen der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen sind nach einem 24:29 (10:10) beim Ligakonkurrenten FSG Sulzbach-Leidersbach in der ersten Runde des DHB-Pokals ausgeschieden. “Hier zu verlieren ist für uns kein Beinbruch”, zeigte sich SG-Coach Heiko Fleisch dennoch zufrieden.
Von Sven Gruber

Nathalie Eisenmann gehörte zu den auffälligsten SG-Spielerinnen der SG im DHB-Pokal-Spiel GB-Foto (Archiv): Schmidt
Im Bus auf der Heimfahrt zurück nach Herrenberg herrschte nach dem Pokalaus alles andere als Totengräberstimmung. “Wir sind zwar alle ein bisschen enttäuscht”, erklärte SG-Trainer Heiko Fleisch, “doch die sehr gute Leistung macht Mut für den bevorstehenden Ligaauftakt.” Besonders beeindruckt hatte den Herrenberger Trainer dabei das starke Auftreten seiner 3:2:1-Abwehrformation von Beginn an: Vorne attackierten entweder Kathrin Mäurle oder Kathrin Zang geschickt und nahmen den FSG-Angreiferinnen so viel von ihrer Wirkungskraft.
Daher hatten die ambitionierten Gastgeberinnen ganze sieben Minuten gebraucht, bis die gut gestaffelte SG-Deckung und die hervorragend aufgelegte Torfrau Monika Marquart, die insgesamt drei Siebenmeter halten konnte, das erste Mal überwunden werden konnte – die 1:0-Führung für Sulzbach/Leidersbach und nur einer von zwei Momenten in Durchgang eins, in denen die Gastgeberinnen in Führung liegen sollten. Den Grund für die geringe Torausbeute in der Anfangsphase sah Heiko Fleisch “in der großen Nervosität auf beiden Seiten”, die die Angriffsbemühungen prägten. Hinzu kam aufseiten der Gastgeberinnen eine ebenso glänzend aufgelegte Keeperin Marion Fenn, die mit ihren Paraden den SG-Angreiferinnen über das ganze Spiel hindurch immer wieder das Leben schwermachte.
Doch Fleischs Truppe fing sich zuerst, drehte auf und setzte sich binnen acht Minuten dank einer konzentrierten Leistung im Abschluss gegen das hochkarätig besetzte Abwehrbollwerk der Gäste von 4:2 (10.) auf 6:2 (15.) ab. Kurz vor der Halbzeit jedoch hatten sich die Gäste berappelt und lagen selbst mit 10:9 in Front, ehe die SG noch den 10:10-Ausgleich schaffte.
Nach dem Seitenwechsel sah es bis zum 13:13-Zwischenstand (33.) nach einer ausgeglichenen Partie aus – bis zur ominösen 34. Spielminute. “Da ging ein regelrechter Bruch durch unser Spiel”, stellte Fleisch ernüchtert fest. Hatten bis dahin die gute Defensivleistung sowie die tollen Paraden der beiden SG-Torfrauen das Spiel geprägt, traten in dieser Phase technische Unzulänglichkeiten und fehlende Entschlossenheit im Tempospiel in den Vordergrund. “Das ging alles viel zu langsam und war technisch nicht sauber genug. Daran werden wir in der kommenden Woche noch arbeiten müssen”, so Fleisch.
Vor allem die mit am Ende jeweils sieben Treffern gefährlichsten FSG-Werferinnen Claudia Schückler und Judith Kirschig nutzten die Unkonzentriertheiten bei den Gästen eiskalt aus und trugen entscheidend zur 20:16-Führung des Favoriten Mitte der zweiten Hälfte bei. Selbst eine frühe Auszeit (37.) konnte den Spielfluss der FSG nicht entscheidend stoppen. “Das hat nicht gleich geklappt”, musste Fleisch zugeben – und stellte in der Folge auf die altbewährte 6:0-Deckung um.
Sein Team fing sich und kämpfte sich bis zum 22:22-Ausgleich kurz vor Schluss zurück. “Auch deshalb, weil unsere Bank so ausgeglichen besetzt ist”, freute sich der SG-Coach, der besonders von der Leistung von Nathalie Eisenmann im linken Rückraum und Lena Krone auf Rechtsaußen angetan war. Eine Zweiminutenstrafe gegen Abwehrchefin Claudia Janoch leitete schließlich die 24:29-Niederlage ein, aus der Fleisch am Ende noch eine wichtige Erkenntnis zog: “Wir sind überall hervorragend doppelt besetzt. Das wird unsere große Stärke in der Runde werden.”
SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen: Marquart, Niksch, Janoch (7/2), Anja Gloger (6/3), Eisenmann (3), Krone (3), Miriam Gloger (2), Eipper (1), Bühner (1), Wehe, Zang (1), Dinkelacker, Mäurle
“Quelle:Gäubote vom 6.September 2010″
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“Aus Gegners Sicht”
NOCH VIEL SAND IM GETRIEBE
Bienen ziehen nach 29:24-Sieg in die 2. Pokalrunde ein
1. DHB-Pokalhauptrunde, Frauen
FSG Sulzbach/Leidersbach – SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen 29:24 (10:10)
Es gibt noch viel zu tun für die beiden Trainer Leander Jakob und Dieter Hess. Mit viel Mühe sind die „Bienen“ der FSG Sulzbach/Leidersbach am Samstagabend in die 2. DHB-Pokal-Hauptrunde eingezogen. Gegen Ligakonkurrent SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen sprang unterm Strich ein verdienter 29:24 (10:10)-Sieg heraus. Erfolgreichste Werferinnen auf Seiten der Gastgeberinnen waren Judith Kirschig und Claudia Schückler mit je sieben Treffern, bei der SG traf Claudia Janoch sieben Mal.
Mit Blick auf das Spiel der FSG Sulzbach/Leidersbach kann man sagen, dass es im Laufe der Saison eigentlich nur noch besser werden kann. Die erste Halbzeit war zum vergessen. Sieben Minuten dauerte es, bis die Zuschauer das erste Tor des Tages zu sehen bekamen – Laura Schmitt kämpfte sich durch die offensive Gästedeckung. Marion Fenn war es zu verdanken, dass Haslach nicht auf und davon zog – sie wehrte die Bälle reihenweise ab. In der 13. Minute legte Dieter Hess beim Stande vom 1:1 die grüne Karte auf den Tisch, nachdem seine Spielerinnen unter anderem auch bereits drei Siebenmeter nicht im gegnerischen Kasten unterbringen konnten. Große Wirkung zeigte diese allerdings nicht, denn zunächst nahmen die Gäste das Heft in die Hand und gingen in Führung. Erst in der 22: Minute nahm das Spiel so langsam Fahrt auf, als Judith Kirschig den 6:6-Ausgleich erzielte. Auch in der Zeit bis zur Pause nahmen die technischen Fehler weiter ihren Lauf und die Führung wechselte hin und her, so dass beim Stande von 10:10 die Seiten gewechselt wurden.
Im zweiten Abschnitt wurde es so langsam besser. Über den Tempogegenstoß, der von Marion Fenn eingeleitet wurde, kamen die „Bienen“ zu einfachen Treffern – Judith Kirschig traf in der 38. Minute zum 16:13. Die verbittert kämpfende SG Haslach kämpfte aber weiter um den Anschluss und ließ sich nicht abschütteln. So langsam hatte sich Sulzbach/Leidersbach aber auf die Deckungsvarianten der Gäste eingestellt. Das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis funktionierte immer wieder, so dass entweder Nicole Steinfurth einnetzen konnte oder einen Siebenmeter rausholte. Diese wurden in der zweiten Halbzeit eiskalt von Neuzugang Claudia Schückler verwandelt. Circa fünf Minuten vor dem Ende war dann auch der Wiederstand der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen gebrochen, so dass die FSG am Ende einen verdienten, wenn auch hart erkämpften 29:24-Sieg feiern konnten.
Bis nächste Woche müssen sich die „Bienen“ allerdings erheblich steigern, dann müssen sie nämlich bei der TSG Ketsch antreten, die zu den Mitfavoriten auf die Meisterschaft gilt und gestern bei der TuS Neunkirchen einen 30:29-Sieg feiern konnte.
FSG Sulzbach/Leidersbach – SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen 29:24 (10:10)
FSG: Fenn, Giegerich(bei zwei Siebenmetern); Tabery 2, Davidova (n.e.), Kirschig 7, Hess, Schmitt 4, Steinfurth 3, Suffel (n.e.), Scherer (n.e.), Schückler 7/4, Tikhonovitch 2, Marcantonio 4.
SG: Lide, Niksch; A. Gloger 6/3, M. Gloger 2, Krone 3, Mäurle, Bühner 1, Wehe, Eipper 1, Zang 1, Janoch 7/2, Dinkelacker, Eisenmann 3.
Siebenmeter: FSG 7/4 (Hess, Schmitt, Tikhonovitch verwerfen), SG 6/5 (Janoch wirft neben das Tor).- Zeitstrafen: FSG 3 (zweimal Tikhonovitch, Hess), SG 3 (zweimal Janoch, A.Gloger).- Zuschauer: 100.- Schiedsrichter: Klein/Lukaschek (Kleinlinden/Meinerzhagen).-
Category: Frauen 1






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